Huchem-Stammeln: Närrische Novizen werden zunehmend Mangelware

Huchem-Stammeln: Närrische Novizen werden zunehmend Mangelware

Die Zeiten der echten Newcomer sind vorbei. Wenn das literarische Komitee des Regionalverbands die Programmpunkte für seinen Vorstellabend aus rund 50 interessierten Bewerbern zusammenstellt, dann achtet man zwar auf einen gute Mischung von Anfängern und bereits geübten, aber im Verbandsgebiet noch nicht so bekannten Bühnenaktiven - richtige karnevalistische Novizen sind aber trotzdem Mangelware beim Vorstellabend.

RVD-Vizepräsident Heribert Kaptain weiß das. Es gehe auch gar nicht anders, man könne ja auch keine Aufbauarbeit betreiben, so Kaptain. Und dennoch: Mit den „Brüdern Eifelschnüss” steigt beim 16. Vorstellabend des RVD in der Gaststätte „Zum Casino” auch frisches Narrenblut in die Bütt.

Peter (19) und Daniel Schmitz (15) aus Dedenborn haben Potenzial, deshalb wollte der RVD die Brüder unbedingt für seinen Vorstellabend haben, wie Moderator Willi Memmersheim betonte. Die zwei Eifeler präsentieren ein Zwiegespräch, bei dem man zwar merkt, dass es den Beiden noch ein bisschen an Erfahrung fehlt und den Brüdern ebenso ein wenig Nervosität in den Knochen steckt, aber die typischen Posen und Idiome sitzen.

So erzählen sie vergnügliche Anekdoten aus der Eifel und der näheren Nachbarschaft. Etwa aus Paris, dort würde man mit den Touristen Nepp betreiben. Vom Eif(f)elturm aus könne man nämlich gar nicht die Eifel sehen. Die „Brüder Eifelschnüss” betreiben beim Vorstellabend Werbung in eigener Sache. Genauso das Traditionscorps Blaue Funken Zülpich: „Wir sind immer gerne in Düren aufgetreten, das hat in letzter Zeit leider ein wenig nachgelassen. Wir wollen uns heute noch einmal in Erinnerung bringen”, sagt Präsident Ralf Esser.

Auf der Bühne zeigen die Blauen Funken mit Garde- und Mariechentanz sowie Musik des Corps einen Ausschnitt ihres Könnens. Man sorgt für Stimmung auf der Bühne in der Gaststätte und hofft, dass der eine oder andere Verein in seinem Programm der kommenden Session noch eine Lücke zu füllen hat - Angebot und Nachfrage treffen sich beim Vorstellabend des RVD. Damit unterscheide man sich eben auch von den anderen Veranstaltungen wie dem Rheinischen Abend der Kreuzauer Kirmesgesellschaft, wie Heribert Kaptain betont.

„Da vermarktet sich der Stammtisch Kölner Karnevalisten selbst, wir machen hier etwas für unsere Vereine”, so Kaptain. Hilfestellung für die verbandseigenen Gesellschaften wolle man leisten, um bei immer knapper werdenden Kassen dennoch ein gutes Programm bieten zu können.

So hat man mit 13 Programmpunkten einen rund vierstündigen Vorstellabend organisiert, bei dem für jeden karnevalistischen Geschmack etwas dabei sein dürfte. Es gibt viele Reden und viele Gesangsdarbietungen. Die Auftritte werden von den Besuchern bewertet und etwaige Kritikpunkte an die Künstler zurückgemeldet. Man will schließlich für Qualität auf den Dürener Karnevalsbühnen sorgen.

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