Niederzier/Wegberg-Tüschenbroich: Nach stundenlangen Telefonaten: Falsche Polizisten erbeuten Geld und Schmuck

Niederzier/Wegberg-Tüschenbroich : Nach stundenlangen Telefonaten: Falsche Polizisten erbeuten Geld und Schmuck

Überaus hartnäckig sind in den vergangenen Tagen Betrüger in den Kreisen Düren und Heinsberg am Werk gewesen. Sie gaben sich als vermeintliche Polizisten aus und stahlen Geld und Schmuck von zwei Seniorinnen, die ihnen die Wertsachen nach mehrstündigen Telefonaten aushändigten. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Die erste Gruppe Krimineller hat am Mittwoch eine Seniorin in Niederzier bestohlen. Sie gaben sich als falsche Polizisten aus und brachten die Dame in einem über zweistündigen Telefongespräch dazu, ihnen Wertsachen auszuhändigen.

Die drei Betrüger, überzeugten die 85-jährige Frau davon, dass sich in ihrem Wohnort Ellen Einbrecher herumtrieben und es sicherer sei, ihre Habseligkeiten abholen zu lassen. Daraufhin suchte sie tatsächlich Geld und Schmuck zusammen und legte sie in einen Beutel. Die beiden Frauen und der Mann hielten die Frau insgesamt mehr als zwei Stunden am Telefon, um die alte Dame davon abzuhalten, bis zur Abholung der Wertsachen mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und sich Beratung oder Hilfe zu holen.

Kurz nach dem Telefonat klingelte es gegen 21 Uhr an der Haustür und einer der vermeintlichen Polizisten nahm die Wertsachen entgegen. Bei einem erneuten Anruf bestätigte eine der Unbekannten, dass die Polizei das Geld und den Schmuck erhalten habe und man vereinbarte die angebliche Rückgabe für den kommenden Tag. Die vorgegebenen Einbrecher seien angeblich bereits festgenommen worden.

Erst nachdem sie ihre Wertsachen ausgehändigt hatte, wurden die bis dahin bereits latent vorhandenen Zweifel der 85-Jährigen so groß, dass sie die richtige Polizei informierte. Diese konnte lediglich eine Strafanzeige wegen Betrugs aufnehmen.

In der Gemeinde Niederzier wurden am Mittwoch zahlreiche Anrufe dieser Art registriert, ohne dass die potentiellen Opfer auf die Masche hereinfielen.

Gleiche Masche in Wegberg

Bereits am Dienstag erhielt eine 73-jährige Frau gegen 20.30 Uhr einen Telefonanruf in ihrer Wohnung an der Straße In Tüschenbroich. In der Leitung waren zwei Frauen, die sich als Polizistinnen ausgaben und ebenfalls von Einbrüchen in der Nachbarschaft berichteten. Zwei der Täter seien nach ihren Angaben bereits festgenommen worden, weitere aber noch auf der Flucht. Es wäre eine Liste gefunden worden, auf der auch der Name der Tüschenbroicherin stehen würde. Um nicht bestohlen zu werden, solle die Seniorin ihren Schmuck und Bargeld sicherheitshalber der Polizei übergeben.

In dem gut dreistündigen Telefonat gelang es den Anruferinnen, die Frau schließlich davon zu überzeugen, ihren Schmuck an eine bestimmte Stelle vor der Haustür abzulegen. Nachdem das Telefonat gegen 23.30 Uhr beendet wurde, musste sie feststellen, dass sich ihre Wertsachen nicht mehr an dem Ablageort befanden.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 02452/9200 an die Polizei in Hückelhoven zu wenden.

Außerdem empfiehlt die Polizei dringend, sofort das Gespräch zu beenden, wenn sich der Anrufer als Polizeibeamter ausgibt und die inzwischen bekannte Geschichte von Einbrechern in der Nachbarschaft erzählt.

(red/pol)
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