Düren: Nach jeder Fußball-Einheit gibts Gummibärchen

Düren: Nach jeder Fußball-Einheit gibts Gummibärchen

Der Trainer hat einfach den kleinen Dicken, der nicht geradeaus gegen den Ball treten konnte, ins Tor gestellt. So hat die Karriere vieler Fußball-Torhüter in jungen Jahren begonnen. Laut Harald Schenk ist das ein Fehler.

„Der Torwart muss der am besten ausgebildete Spieler der Mannschaft sein. Ein Fehler und das Ding ist drin”, untermauert Schenk seine These von der zu unrecht vernachlässigten Position im Fußball.

Der Mann weiß, wovon er redet. Der 51-Jährige ist der erste ausgebildete Torwart-Trainer im Fußball-Verband Mittelrhein. So darf er sich nennen, weil er zur ersten Generation gehört, die im April die Torwart-Trainer-Ausbildung des DFB durchlaufen hat. Damit hat der FC Niederau den ersten und einzigen ausgebildeten Torwart-Trainer im Kreis Düren in seinen Reihen. Schenk arbeitet seit 2009 in der erfolgreichsten Nachwuchsabteilung des Kreises. 20 junge Torhüter lernen bei ihm. Der Mann ist Experte, weil er neben seinen insgesamt fünf Fortbildungen auf 35 Jahre Erfahrung als Torwart zurückgreifen kann. Unter anderem stand er bei Düren 99 und Viktoria Arnoldsweiler zwischen den Pfosten.

Heute arbeitet er sechs Stunden pro Woche mit den Schlussmännern des FCN. Er würde gerne mehr tun. Aber der Beruf als Leiter einer IT-Abteilung lässt das nicht zu. „Es gibt viele Talente, die verkommen, weil sie nicht richtig trainiert werden”, sagt der Mann aus Inden. Dabei sei für das Torwarttraining besonders viel Weitsicht notwendig. „In Niederau erstelle ich Trainingspläne für ein halbes Jahr”, schildert Schenk. Mal steht das Abfangen von Flanken auf dem Programm, mal die Reaktion auf der Torlinie, mal der Abstoß. Mit ihm arbeiten Alex Kremer und Lothar Fackeldey an den Fertigkeiten der Niederauer Keeper.

Dieser Tage trainiert Schenk noch häufiger auf der Anlage des FC Niederau. Denn er hat einen Spezial-Auftrag namens Christopher Camcam. Der ist Nationalspieler der Philippinen und macht gerade ein individuelles, dreiwöchiges Trainingslager in Düren. Den Kontakt nach Niederau hat der in Japan lebende Dürener Trainer Gert Engels hergestellt. Camcam ist erst 16 Jahre jung, hat aber schon drei Spiele für die Nationalmannschaft seiner Heimat absolviert. „Auf den Philippinen ist er so was wie ein Star”, so Schenk über den Gast. Im Juni trainiert er mit seiner Nationalmannschaft in Düren. „Der Junge hat das Zeug, höherklassig zu spielen”, so Schenk. „Aber er ist erst 16 Jahre jung.” Der Weg nach oben ist noch lang. Er führt über Niederau und die harte Schule von Harald Schenk. Hart, aber auch süß. Nach jedem Training gibt der Trainer seinem Schützling ein paar Gummibärchen. „Die kannte er vorher nicht und freut sich deswegen jedes Mal.”