Lüneburg: Nach dem Pokal-Aus: Zachrich hat die Tränen in den Augen stehen

Lüneburg: Nach dem Pokal-Aus: Zachrich hat die Tränen in den Augen stehen

Stefan Hübner fasste die Sensation in zwei Worten zusammen: „Unfassbar, unfassbar“, sagte der Trainer der SVG Lüneburg. Nur wenige Minuten zuvor hatten seine Spieler in ihrem ersten Bundesligajahr das Finale um den Deutschen Volleyball-Pokal erreicht. 3:2 schlugen sie die SWD Powervolleys Düren. Deren Trainer Michael Mücke war ob der verpassten dritten Finalteilnahme im westfälischen Halle bedient.

„Ich hatte schon im Vorfeld einen dicken Hals, weil Lüneburg als der leichtere Gegner angesehen wurde. Wenn die Gastgeber aber in ihrer Spielstätte einen Lauf bekommen, dann sind sie nur schwer zu stoppen.“

Die Anhänger der Dürener Volleyballer feuerten ihr Team frenetisch an — vergeblich. Foto: Guido Jansen

Jaromir Zachrich, Dürens Mannschaftskapitän, konnte die bittere Niederlage nicht verhindern. Im vierten Satz musste er wegen einer Verletzung vom Feld, verfolgte die letzten Spielminuten mit Tränen in den Augen von der Bank aus.

Mit dem Bus

Die Fans der Powervolleys, die auch mit einem Bus in die Lüneburger Heide gereist waren, hatten während der fünf Sätze ihre Mannschaft frenetisch unterstützt — ohne Trommeln; denn Trommeln waren verboten. An diese Vorschrift der Stadt Lüneburg mussten sich die Fans aus Düren erst gewöhnen.

Aus Lärmschutzgründen sind großkalibrige Instrumente zwecks Schlachtgesang-Unterstützung in der Lüneburger Heide nicht gestattet. „Wir haben uns darauf vorbereitet“, sagte Fan Bert Kleinen. „Wir haben Klatschen mitgebracht und Rasseln. Alles, was laut ist. Schließlich wollten wir unbedingt nach Halle.“

Dieses Ziel haben sie nun nicht erreicht, obwohl die über 40 Dürener Fans teilweise am gestrigen Abend lauter waren als 800 Lüneburger. Das war schon ein Kunststück. Denn die Euphorie in der kleinen Halle war greifbar, sie erinnerte an die Dürener Jahre Anfang der 2000er, als Düren auf einmal den Sprung weg aus dem Tabellenkeller schaffte und die Halle am Burgau-Gymnasium damals schon 90 Minuten vor Spielbeginn zu klein war.

So war es auch am Sonntag in Lüneburg. Die Halle war ausverkauft. Die Norddeutschen wollten ihre Bundesliga-Neulinge gegen den etablierten Erstligisten unbedingt unterstützen. Wer keine Karte mehr bekommen hatte, konnte sich über den vereinseigenen Stream über das Geschehen in der flachen Spielstätte auf dem Laufenden halten und mitzittern. Spätestens im Tiebreak verwandelte sich die Lüneburger Spielstätte in ein Tollhaus. Burgau-Halle und Arena Kreis Düren lassen grüßen. Die Heimfans feierten Punkte wie die Fans von Borussia Mönchengladbach die Tore ihrer Lieblinge („Döpp Döpp Döpp“), skandierten „Halle“ und „Finale“ und waren nicht mehr auf ihren Sitzen zu halten.

Während Lüneburgs Anhänger und Spieler ausgelassen den Finaleinzug feierten, schlichen Dürens Volleyballer mit bedröppelten Mienen und gesenktem Haupt an ihren Fans vorbei. Ober-Moskito Stefan Kriebs nahm das Pokal-Aus mit den Worten hin: „Jetzt habe ich ein Wochenende frei.“

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