Hervorragendes Konzert: Musiker starten mit Weihnachtskonzert in Jubiläumsjahr

Hervorragendes Konzert : Musiker starten mit Weihnachtskonzert in Jubiläumsjahr

Ein Jahr lang haben sie, die 20 Männer und Frauen der Musikgruppe ’79 aus Huchem-Stammeln, pausiert. Am zweiten Adventssonntag traten sie in einem Weihnachtskonzert in der Kirche St. Josef zum ersten Mal wieder auf.

Das Ergebnis? Die Besucher, zwischen einem Jahr, achtzig Jahren und mehr waren begeistert. Die Zahl 79 im Namen der Gruppe ist übrigens ein Hinweis darauf, dass das Team im Jahr 1979 gegründet worden ist.

Unter der bewährten Leitung von Franz Josef Maywald lieferten die Musikerinnen und Musiker ein Konzert erster Güte. „Wir sind alle Hobbymusiker“, sagte Vorsitzender Andreas Walter bescheiden vor dem Beginn. Ein unbedarfter Gast in den Bänken von St. Josef hätte vielleicht doch geglaubt, Profis vor sich zu haben.

Dieser Glaube wäre schon durch das abwechslungsreiche Programm verstärkt worden. Das Orchester startete mit internationalen Weihnachts-Ohrwürmern wie „Christmas auld lang syne“ oder dem temperamentvollen „Feliz Navidad“ aus Spanien. Schon nach den ersten Takten war klar: Da im Chorraum sitzen Könner auf ihren Stühlen und wissen, was sie tun.

Das Verständnis zwischen Dirigent und seinem Team könnte man als blind bezeichnen, wären da nicht die Augen der Musikerinnen und Musiker gewesen, die konzentriert auf ihre Noten und – aus den Augenwinkeln – auf den musikalischen Leiter gerichtete waren.

Die Liebhaber deutschsprachiger Weihnachtslieder kamen ebenfalls voll auf ihre Kosten. „Lasst und froh und munter sein“, „Leise rieselt der Schnee“, und an späterer Stelle „Zu Bethlehem geboren“, „O du fröhliche“ und „Kling Glöckchen“ – um nur einige zu nennen – bewegten die Besucher zum Mitzusingen. Texte lagen bereit, doch viele Leute, so schien es, kannten zumindest die ersten Strophen auswendig – Fischerchöre in der Huchem-Stammelner Kirche St. Josef.

Erklangen die deutschsprachigen Stücke auch etwas behäbig, so führten englisch-sprachige Lieder meist in einen temperamentvolleren Sektor. Bei „Santa Claus is coming to town“ war Bigband-Sound angesagt. „Winter Wonderland“ und „White Christmas“ entpuppten sich als Highlights für Jung und Alt. Nicht zu vergessen das sehr gute Solo von Diana Schulz, die „Let it go“ mit ihrer starken Jazz/Musical-Stimme großartig performte.

Doch auch Melancholisches, Besinnliches und Trauriges fehlte nicht. „Leningrad“, von Paul Joel 1987 komponiert, erinnerte an die vielen Weihnachten in Krieg und Gefangenschaft. Leningrad lässt die Menschen schon bei der Geburt (Christi) an Leid und Tod denken.

Anstelle von Pausen wurde das Gedicht „Weihnachten“ und eine Weihnachtsgeschichte vorgetragen, in der ein Tannenbaum zu Heiligabend „ausflippt“ und ein riesiges Chaos im Wohnzimmer auslöst. Kommentar der Großmutter: „Gut, dass Opa das nicht miterlebt hat.“

Mehr von Aachener Nachrichten