Musikalischer Bogen von Klassik bis Klezmer

Orchester der Dürener Musikschule konzertieren : Das Akkordeon als modernes Instrument

Das Konzert „Modernes Akkordeon“, organisiert von „Capella Villa Duria“, ist eine schöne Tradition geworden. In diesem Jahr spannte es einen musikalischen Bogen von „Klassik bis Klezmer“.

Viele Anhänger dieses irgendwie mit den Jahren in Vergessenheit geratenen Instruments haben im Haus der Stadt ein ganz präsentes, lautgewaltiges und trotzdem harmonisch wirkendes Instrument erlebt. Und zwar in einer musikalischen Vielfalt, die höchste Ansprüche erfüllte und nichts zu wünschen übrig ließ.

Etwa 30 Akkordeonspieler unterschiedlichen Alters betraten mit ihren schwarz-weißen Instrumenten die Bühne und begrüßten zur Eröffnung des Konzerts das Publikum klassisch mit der Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“ unter der Leitung von Andrea Nolte. Man konnte kaum klassischer beginnen als mit Wolfgang A. Mozart. Das 1. Dürener Akkordeonorchester überzeugte die Zuhörer auch mit dem zweiten Musikstück ,„Letzter Frühling“ aus „Zwei elegische Melodien“, das Edvard Grieg ursprünglich für Streichorchester komponiert hat.

Mit ins Spiel kam der diesjährige Gast beim Konzert „Modernes Akkordeon“, RAVA. Es ist das Saxophonquartett der Musikschule Düren unter der Leitung von Rolf Kratzborn. RAVA, das sind der Saxophonlehrer Rolf Kratzborn und drei seiner Schülerinnen: Anuschka Heep, Verena Woborzil und Annika Wiche. Das Quartett spielte einige Stücke allein und das Stück „Libertango“ von Astor Piazzolla zusammen mit den Akkordeon-Profis.

Mit dem höchsten Prädikat „Hervorragend“ kam das 1. Dürener Akkordeonorchester vom 13. Landesmusikfest des Deutschen Harmonika-Verbandes in Leverkusen zurück. Diese Auszeichnung erhielten die Musiker aus Düren in der höchsten Schwierigkeitsstufe für den Vortrag des Werkes „Triptychon“ von Paul Kühmstedt.

In einer von den Vorgängern vorbereiteten und „aufgewärmten“ Atmosphäre durfte nach der Pause das Jugend-Akkordeonorchester der Musikschule Düren sein Können präsentieren. Das Jugendorchester wird gemeinsam von Peter Lohmar und Andrea Nolte geleitet. Die Nachwuchsmusiker spielten dieses Jahr auch beim Landesmusikfest in Leverkusen in der „Mittelstufe“ und erhielten ebenfalls das Prädikat „Hervorragend“. Die Zuhörer durften sie unter anderem mit dem Titelsong von „Titanic“ erleben.

Auch der Akkordeon-Nachwuchs trug ohne Zweifel dazu bei, dass das diesjährige Akkordeonkonzert zu einem kurzweiligen und immer wieder gerne hörbaren Erlebnis wurde.

Die Dürener Musiktalente könnten sich sichtbarer machen, indem sie häufiger zusammen auftreten, bei schönem Wetter auch draußen auf den Straßen, in den Parks, bei Festen. Einmal im Jahr und in geschlossenen Räumen aufzutreten ist einfach zu schade. So wird der Saal im Haus der Stadt auch nächstes Mal nicht voll.

(jap)
Mehr von Aachener Nachrichten