Stockheim: Munitionsdepot im Stockheimer Wald wird endlich abgerissen

Stockheim: Munitionsdepot im Stockheimer Wald wird endlich abgerissen

Es ist eines der letzten militärischen Relikte auf dem Gebiet der Gemeinde Kreuzau und soll nun bald endgültig der Vergangenheit angehören: Das frühere Munitionslager der belgischen Streitkräfte im Stockheimer Wald an der L327 zwischen Niederau und Stockheim wird abgerissen.

Diese Woche rollten die ersten Bagger über das 130 Hektar große Areal. Bis Anfang November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Dann ist auch der Weg durch die „Alte Gasse” wieder frei.

Der Waldweg ist die kürzeste Verbindung zwischen Kreuzau und Stockheim und war über 60 Jahre lang gesperrt. Nach der Aufgabe des Geländes durch die Belgier blieb es weiterhin gesperrt, da an die 180 asbestverseuchte Hütten eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellten.

Die fortdauernde Sperrung der „Alten Gasse” rief indes bei vielen Kreuzauer und Stockheimern Unmut hervor. „Hier geht für viele ein Herzenswunsch in Erfüllung”, sagte denn auch Walter Stolz, allgemeiner Vertreter des Kreuzauer Bürgermeisters, im Vorfeld der Abrißarbeiten. „Über 60 Jahre musste es dauern, bis dieses herrliche Waldgebiet wieder für die Öffentlichkeit zugänglich wird”, so Stolz weiter.

Schließlich wird mit der Öffnung des militärischen Areals auch ein großes Waldgebiet wieder begehbar, Radler und Wanderfreunde können sich freuen. Mit Dürener Stadtwald und Drover Heide entsteht so eine grüne Lunge.

120 Hektar der Gesamtfläche werden an Flora und Fauna zurückgegeben, auf den restlichen 10 Hektarn soll ein Baugebiet entstehen. Die Firma Strabag hatte das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots 2003 von der Bundesrepublik Deutschland erworben, mit dem Ziel dort ein Wohngebiet zu erschließen.

Der Weg dorthin war freilich lang und steinig, wie Thomas Nyhsen, Bereichsleiter der Strabag, berichtete. Viele Gespräche waren erforderlich, der Regionalplan musste geändert werden, der allgemeine Siedlungsbereich Stockheim erweitert werden, bis die Rahmenbedingungen stimmten.

Gleichzeitig war mit dem Nutzungskonzept der Firma Strabag, das ein Baugebiet für bis zu 100 Grundstücke vorsieht, die Auflage der Gemeinde Kreuzau verbunden, die Bebauung des alten Munitionsdepots zu beseitigen.

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