Düren: Mord an Stephanie K.: Anklage erhoben

Düren: Mord an Stephanie K.: Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Anklage gegen einen 43 Jahre alten Mann aus Nideggen erhoben. Dieser wird beschuldigt, die im Februar als vermisst gemeldete Dürenerin Stephanie K. erdrosselt zu haben. Die tagelange Suche nach der 24-Jährigen hatte im März für großes Aufsehen in der Region gesorgt.

Basierend auf den laufenden Ermittlungsarbeiten geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte sich am 28. Februar dieses Jahres nach vorheriger Vereinbarung mit dem Opfer, mit der er ein gemeinsames Dienstleistungsunternehmen betrieben hatte, in Düren getroffen hatte und dann anschließend zu seiner Wohnung nach Nideggen-Bergen gefahren war.

Die beiden machten nach Angaben der Ermittler Schießübungen mit einer selbstgebastelten Anlage. Dabei löste sich offenbar versehentlich ein Schuss. Dieser traf Stephanie K. am Kopf. Daraufhin eskalierte die Situation und der 43-Jährige erdrosselte das Opfer aus Angst vor Bestrafung.

Der Täter, der seit dem 15. März in Untersuchungshaft sitzt, hat die Tat gestanden.

Nun ist die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens beschäftigt.

Der Fall: Stephanie K. war zwei Tage nach ihrem Verschwinden von ihren Eltern als vermisst gemeldet wurden. Die Polizei begann mit Ermittlungen und wurde auch bei ihrem Geschäftspartner und Freund, einem 43 Jahre alten Mann aus Nideggen, in Berg vorstellig. Zu diesem Zeitpunkt war Stephanie K. bereits tot und lag in dessen Wohnung. Da die Polizei zu diesem Zeitpunkt aber keine Anhaltspunkte für eine Straftat sah, sei die Wohnung nicht durchsucht worden, so die Staatsanwaltschaft.

Erst eine Woche nach dem Verschwinden des Opfers, am 8. März, wies die Polizei über die Medien darauf hin, dass die Dürenerin vermisst wird. Zwischenzeitlich hatten die Eltern Hilfe bei einem Verein gesucht. Es handelt sich um den Medical Service Düren, der nicht nur medizinische Betreuung bei Veranstaltungen bietet, sondern auf in Vermisstensachen tätig wird. Wie der Gründer, Dennis Ruland, am Freitag sagte, hätte sein Verein mit zirka 25 ehrenamtlichen Helfern seit dem 1. März nach Stephanie K. gesucht.

Gleichzeitig wurde ihr Verschwinden auch im sozialen Netzwerk Facebook publiziert. Es gab zahlreiche Stellungnahmen und Kommentare. „Wir haben die Familie täglich betreut“, sagte Dennis Ruland. Die Eltern seien von Anfang an in großer Sorge gewesen. Stephanie K. sei nie lange weg gewesen, hätten sie ihm gesagt, berichtete Dennis Ruland. Die 24-Jährige wohnte noch zu Hause.

Als die Polizei durch Hinweise und Auswertung von Telefondaten ermitteln konnte, dass Stephanie K. und der mutmaßliche Täter ein Treffen für den 28. Februar vereinbart hatten, konnte die Tat aufgeklärt werden.

(red)
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