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Aachen/Düren: Mord an Dürenerin im Jahr 2006: Angeklagte streiten Beteiligung an Tötung ab

Aachen/Düren : Mord an Dürenerin im Jahr 2006: Angeklagte streiten Beteiligung an Tötung ab

Bei der Neuauflage des Prozesses um einen Einbruch und die brutale Tötung der 77-jährigen Frau eines Dürener Möbelhausbesitzers sind die Angeklagten Tomasz M. (40) und Marian S. (39) bei ihren Aussagen aus dem ersten Prozess im Jahr 2015 geblieben.

Bei dem Einbruch am 21. Februar 2006 waren die Einbrecher von der 77-Jährigen überrascht worden. Die Einbrecher fesselten und knebelten daraufhin ihr Opfer so massiv, dass die Frau an den Folgen starb. Die beiden Angeklagten — ein dritter mutmaßlicher Täter ist noch flüchtig — gingen der Polizei erst Jahre später nach DNA-Treffern ins Netz. Sie wurden 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt, der BGH jedoch hatte das Urteil aufgehoben und das Verfahren zurück nach Aachen verwiesen.

Am ersten Verhandlungstag hatte Marian S. wie im ersten Verfahren gestanden, vor Ort gewesen zu sein. Er sei aber „nur“ der Fahrer gewesen, habe von dem Überfall nichts mitbekommen und die Absichten seiner Kumpel auch nicht gekannt. Der zweite Angeklagte, Tomasz M., gestand am Mittwoch ebenfalls, bei dem brutalen Raub mit von der Partie gewesen zu sein. Doch habe er bei der tödlichen Fesselung der Dame nicht mitgewirkt — er habe nur im Haus „nach Klebestreifen“ gesucht.

Den ersten Angeklagten belastet schwer, dass man seine DNA im Haus gefunden hat. Doch S. wiederholt bislang wortreich seine Behauptung, der unbekannte dritte Täter habe seine Handschuhe getragen und damit die DNA-Spuren hinterlassen, er selber habe die ganze Zeit im Wagen gesessen.

Dies aber nahm ihm der Vorsitzende Richter der 2. Schwurgerichtskammer, Norbert Gatzke, nicht ab. „Sie wollen uns erzählen, Sie hätten den beiden anderen nur einen Gefallen tun wollen und haben sie dann ohne Entlohnung dahin gefahren?“, fragte Gatzke empört. Ja, die mutmaßlichen Mittäter seien seine Geschäftspartner gewesen, er habe helfen wollen. Die Geschäfte drehten sich damals um den Ankauf von Baumaschinen, wie es hieß. Am Mittwoch stellte sich heraus, dass die aus Polen stammenden Angeklagten einem Ring von Kriminellen angehörten, die vorrangig in NRW Werkstattwagen von Handwerkern aufbrachen und die darin befindlichen Geräte zum Verkauf nach Polen schafften. Der Prozess wird am 20. Februar fortgesetzt.

(wos)