Vossenack: Mörderisches Vergnügen im Kloster-Kulturkeller

Vossenack: Mörderisches Vergnügen im Kloster-Kulturkeller

Dass ein spiritueller Ort wie ein Kloster durchaus auch ein Wegbereiter in Sachen Kunst sein kann, belegen die vielfältigen künstlerischen Aktivitäten der Franziskaner in Vossenack seit langem eindrucksvoll. Längst kein Geheimtipp mehr ist die Veranstaltungsreihe im Kloster-Kulturkeller.

Darüber durfte sich der Kriminalbuch-Autor Marcus Gieske freuen, der vor vollbesetztem Veranstaltungsraum eindrucksvolle Beispiele seiner schriftstellerischen Tätigkeit vortrug.

Geistreich, humorvoll und mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit, entführte er das Auditorium für zwei Stunden gekonnt in seine fiktive Welt voller Intrigen, zwischenmenschlicher Verwicklungen und moralischer Abgründe.

So manche Geschichte erschien dabei gar nicht mal so weit hergeholt, sondern attestiert dem in Schmidt lebenden Autor einen messerscharfen, wie auch menschenfreundlichen Blick auf seine Umwelt und Mitmenschen.

Marcus Gieske, der auch als Journalist in der Region tätig ist, profitiert mit seinem Wissen über Land und Leute auch als Autor. Damit steht er ganz in der Tradition des sogenannten Eifelkrimis, der in vorderster Front dazu beitrug, die Eifel in ganz Deutschland und dem Ausland bekannter zu machen.

Neugierig gemacht

Gieske las mehrere Kurzgeschichten aus unterschiedlichsten Publikationen. Geschichten wie „Helmers großer Tag” oder „Ein schönes Haus” werden dem einen oder anderen Zuhörer sicherlich noch länger nachgehen und auf weitere Arbeiten von ihm neugierig gemacht haben.

Seine Mitarbeit bei mehreren Anthologien wie „Ein prickelnder Tod” (Balthasar Verlag) oder „Mörderischer Westen” (Bookspot Verlag) ist vielversprechend und gibt Anlass zur Hoffnung, sich auf noch so manches kriminal-schriftstellerisches Sahnehäppchen aus seiner Feder zu freuen. „Ich bin begeistert, mich in die Gruppe derer einreihen zu dürfen, die ihre Kunst im Kloster Vossenack präsentieren zu dürfen. Großen Dank gebühren den Organisatoren und Veranstaltern - allen voran Bruder Wolfgang und Frau Ronig.

Die Räumlichkeiten, die liebevolle Inszenierung, Gestaltung der Lesung und besonders das Publikum haben mich sehr gerührt und gefreut. Eine solche Gastfreundschaft habe ich bei meinen bisherigen Lesungen noch nicht erlebt”, zieht Marcus Gieske sein ganz persönliches Resümee des literarischen Abends im Kloster Vossenack.

Wohltuende Abrundung

Gespräche und Diskussionen während der ausgedehnten Pause im Kloster-Café rundeten die gelungene Literaturveranstaltung - besonders an einem trüben Novemberabend - wohltuend ab.