Düren: Moderne Technik in historischen Gemäuern

Düren: Moderne Technik in historischen Gemäuern

Bevor man die Werkshallen der Z&J Technologies GmbH an der Bahnstraße in Rölsdorf betreten darf, gibt es klobige Sicherheitsschuhe und eine große Kunststoffbrille zum Schutz der Augen. Einige Wege in den teils mehr als 100 Jahre alten Hallen sind gelb markiert, hier, und nur hier, sollen Gabelstapler fahren.

„Sicherheit wird bei uns groß geschrieben“, sagt Metin Gerceker, Vorsitzender der Geschäftsführung des Maschinenbauunternehmens. Natürlich trägt auch er Brille und Sicherheitsschuhe. In der Firma an der Bahnstraße, die vielen Dürenern noch unter dem Namen „Zimmermann & Jansen“ ein Begriff ist, wird nicht nur Sicherheit groß geschrieben, sondern auch Sauberkeit und Ordnung. Für Metin Gerceker, 51, hängt das alles zusammen. „Sauberkeit und Ordnung führen auch zur Sicherheit.“ Deshalb wird das Unternehmen in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro investieren — in die Sicherheit der Mitarbeiter, aber auch in die Fertigung an sich.

So sehen mehrere Meter lange Armaturen aus, die in Rölsdorf entwickelt und produziert werden. Foto: Ingo Latotzki

Der Betrieb produziert Armaturen für die Stahl- und chemische Industrie, große Armaturen, teils drei Meter lang und bis zu 100 Tonnen schwer. Solche Armaturen verbinden große Rohre, durch die etwa Erdöl fließt. Die in Düren gefertigten Armaturen leiten und regulieren Flüssigkeiten und werden von Z&J Technologies weltweit vertrieben. Die Geschäfte gehen gut, daraus macht der Chef des Hauses kein Geheimnis.

Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 110 Millionen Euro, in Rölsdorf arbeiten 320 Beschäftigte. Weitere Standorte gibt es in China, USA oder Südafrika, zusammen kommt der Betrieb auf 600 Mitarbeiter. Tendenz steigend. „Wir wollen expandieren“, sagt Gerceker, räumlich und personell. Z&J Technologies braucht mehr Platz, auch deshalb kann sich Gerceker vorstellen, „auf der grünen Wiese zu bauen“. Konkret ist noch nichts, nur das: Das Unternehmen will in Düren bleiben. „Wir haben keinen Zeitdruck“, sagt der Geschäftsführer.

Konkreter ist da schon der Wunsch, weiter qualifiziertes Personal einzustellen. Bernd Hörchens, der Personalleiter, spricht davon, Ingenieure einstellen zu wollen. Maschinenbau-, Projekt- und Vertriebsingenieure, zudem Konstrukteure. An der Bahnstraße wird nicht nur produziert, an der Bahnstraße wird auch geforscht und entwickelt, zum Teil im Verbund mit der RWTH Aachen.

So hat Z&J Technologies eine Befüllvorrichtung für Hochöfen ersonnen und hergestellt, der Geschäftsführer Gerceker eine weltweite Bedeutung für die Branche zuschreibt. Damit können Materialen wie Koks und Eisenerze kontrolliert und passgenau in den Ofen gebracht werden. „So ist schnelles Arbeiten möglich“, sagt Markus Hansen, Bereichsleiter Anlagen und Ausrüstungen für die Eisen und Stahlindustrie. Zudem wurden in Rölsdorf Messverfahren entwickelt, die die genaue Temperatur in den Öfen bestimmen.

Einige dieser Armaturen liegen in den Werkshallen in Rölsdorf und warten auf Auslieferung. Nicht selten passiert das wegen der Dimensionen mit Polizeieskorte. Und demnächst aus sanierten Hallen heraus. Dass Z&J die 3,3 Millionen Euro investiert sei ausgemachte Sache, so Gerceker, egal, ob das Unternehmen umzieht.