Merzenich: Modellversuch eines Einbahnstraßensystems in Merzenich

Merzenich : Modellversuch eines Einbahnstraßensystems in Merzenich

Eines ist sicher: das Thema Straßenverkehr wird in diesem Jahr zumindest der „Dauerbrenner“ in der Merzenicher Kommunalpolitik sein. Ganz aktuell beschäftigt der Modellversuch eines Einbahnstraßensystems im Merzenicher Ortskern die Gemüter.

Wie berichtet soll in dem halbjährigen Versuch zunächst ausgelotet werden, ob und welche Einbahnstraßen-Regelungen zu einer Reduzierung der Verkehrsbelastung führen können. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, den Versuch zu starten. Einig sind sich Rat und Verwaltung, dass eine breite Bürgerbeteiligung den Versuch begleiten soll. Die Entscheidung für den Modellversuch wurde ohne weitere Diskussion der Ratsmitglieder getroffen.

Bürgermeister Georg Gelhausen wies zu Beginn der Ratssitzung die rund 50 Zuhörer darauf hin, dass mit den Fraktionsvorsitzenden vereinbart wurde, im Monat April einen gesonderten Informationsabend für die Bürger unter Beteiligung der Verkehrsplaner durchzuführen. Auch machte Gelhausen deutlich, dass der Modellversuch allein nicht reichen wird. Ein Verkehrskonzept müsse her. Es soll auch die Parkmöglichkeiten, Fahrradwege und eventuell einen Hol- und Bringbereich in der Nähe der Schule enthalten.

Fragen tun sich auch auf bezüglich des Straßenverkehrs im Bereich der L264 bei Morschenich-Neu. Auf der Straße werden derzeit rund 11.000 Fahrzeuge täglich gezählt. „Da ist es gefährlich geworden, denn einige Verkehrsteilnehmer verhalten sich vorsätzlich und grob fahrlässig beim Abbiegen“, so Gelhausen.

Im Gespräch mit Landwirten will der Bürgermeister klären, ob auf die L264 auflaufende Wirtschaftswege abgebunden werden können. Und auch die Einrichtung einer Tempo-70-Zone ist angedacht. In die umfängliche Verkehrsplanung müsse auch der Bereich Poolplatz einbezogen werden, meinte Gelhausen.

Die Fraktionen hielten die Füße still. „Detailpunkte sind noch zu erörtern. Der Versuch ist kritisch zu beobachten“, sagte Jürgen Zeyen (SPD), dem Günther Schmitz (CDU) und die Sprecher der übrigen Fraktionen zustimmten.

Eigentlich war alles gesagt. Offenbar nicht von allen, denn Heinrich Rosen forderte per Geschäftsordnungsantrag eine Sitzungsunterbrechung „damit die Bürger fragen können“.

Es war mehr eine Frage der Fairness, dass 13 Ratsmitglieder sich der Stimme enthielten und der parteilose Einzelkämpfer Rosen bei drei Gegenstimmen mit vier Pro-Stimmen das Fragerecht für die Besucher erreichte. Erwartungsgemäß bezogen sich die Fragen auf einzelne Straßenabschnitte. Fragen, die mit Sicherheit beim Informationsabend mit den Planern im April erneut gestellt werden.

(fjs)
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