Düren: Mittelaltermarkt: Düren lässt seine Historie aufleben

Düren: Mittelaltermarkt: Düren lässt seine Historie aufleben

Mit einem Diebstahl fing alles an. Er trug sich zu im Jahre 1501. Ein Steinmetz namens Leonhard entwendete in Mainz das Annahaupt und brachte es nach Düren. Es handelte sich um Schädelfragmente der heiligen Mutter Anna, um die fortan zwischen beiden Städten gestritten wurde.

Nachdem sich sogar der damalige Kaiser Maximilian I. einschaltete, wurde die Auseinandersetzung schließlich von Papst Pius II.höchstpersönlich entschieden: Das Annahaupt bleibt in Düren.

Die Geschichte ist oft erzählt worden. Sie gehört aus heutiger Sicht zu den bedeutenden Geschichten Dürens, weil sie einen wichtigen Zeitabschnitt markiert, der für die Stadt wegweisend war: Nachdem das Annahaupt nämlich seinen Platz an der Rur gefunden hatte, erlebte Düren einen bemerkenswerten Aufschwung.

Und wie wichtig die Heilige Anna für die Stadt ist, zeigt sich heute noch in der Annakirche und der Annakirmes.

Nächstes Jahr im Juni auch wieder in Form des dann 5. Annamarktes. Bei dieser mittlerweile nicht nur etablierten, sondern auch renommierten Veranstaltung wird die Geschichte der Stadt von 1501 bis 1543 in vielfältiger Form nachgespielt und präsentiert. Bis 1543 deshalb, weil in diesem Jahr die Stadt Düren nach Erstürmung durch die kaiserlichen Truppen in Schutt und Asche gelegt wurde. Von Düren blieb nicht viel übrig — ähnlich wie nach dem verheerenden Bombenangriff am 16. November 1944. Helmut Göddertz ist einer der Organisatoren des Mittelaltermarktes. Er ist Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Dürener Historienfeste“, die sich unter anderem der Förderung „der Heimatpflege und Heimatkunde“ verschrieben hat.

Hauptbestandteile der Veranstaltung, die bislang immer Tausende Besucher in die Stadt gelockt hat, sind ein „mittelalterlicher“ und ein „Dürener“ Markt. Dazu gibt es einen historischen Umzug und ein historisches Lager außerhalb der alten Stadtmauergrenzen im heutigen Holzbendenpark.

Göddertz: „Wir wünschen uns, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen.“ Vereine, Schulen, Kindergärten, Privatpersonen, alle, die wollen und eine „Leidenschaft für die Dürener Geschichte haben“, wie Göddertz sagt. Denn es geht darum, lokale Historie kostümiert und im Rahmen kleiner Auftritte oder Aufführungen erlebbar zu machen. Interesse reiche schon, sagt Göddertz. Die Arbeitsgemeinschaft biete Beratung und Unterstützung an, wenn es darum geht, wie eine Beteiligung am Mittelaltermarkt konkret aussehen könnte. Es geht unter anderem um Theater, Musikdarbietungen, Gaukelei und die Darstellung konkreter historischer Begebenheiten wie den Anschlag einer Marktordnung, die Rekrutierung von Landsknechten oder die Anklage einer Hexe. Gedacht ist ergänzend an einen Fackelumzug oder Umzüge von Fahnenschwenkern und Fanfarenzügen.

Der Annamarkt wird in der Hauptsache über Sponsoren finanziert. Helmut Göddertz spricht von „Living history“, von lebendiger Geschichte, die auch auf einigen Bühnen, unter anderem vor dem Rathaus, präsentiert wird. Natürlich auch nahe der Annakirche, in der heute noch das Annahaupt aufbewahrt wird. Womit damals alles begann. Angemerkt

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