Mitte 2019 sollen erste Häuser am Fritz-Keller-Weg abgerissen werden

Erste Häuser werden abgerissen : Startschuss für das neue Quartier Fritz-Keller-Weg

Einen Abbruch organisieren ist nicht unbedingt die Standardaufgabe von Helmut Harperscheidt und seinem Stellvertreter Hans-Willi Schroeder vom städtischen Amt für Gebäudemanagement. Im Quartier Fritz-Keller-Weg dürfte diese Aufgabe auf sie zukommen – abreißen, um dann den Aufbau zu organisieren.

„Potenziell Mitte des Jahres soll der Abriss von rund 20 Häusern beginnen“, sagt Harperscheidt. Gestartet werden dürfte die Maßnahme mit dem Eckhaus direkt an der Bahnbrücke, das seit vielen Jahren leer steht.

Ein neues Stadtquartier soll in diesem Bereich entstehen, mit einer Verbindung zur Josef-Schregel-Straße. Im Rahmen des Masterplan-Prozesses verspricht sich die Stadt von dieser Maßnahme eine Belebung des Bereichs zwischen Bahnhof und City. Platz geschaffen wird dabei aber auch für ehrgeizige Projekte wie ein neues Technisches Rathaus und das Dürener Innovationscenter, das dazu beitragen soll, den anstehenden Strukturwandel mit zu gestalten. Die Voraussetzungen für diese Projekte zu schaffen, zählt in diesem Jahr mit zu den Aufgaben des Gebäudemanagements, die Umsetzung, schätzt Harperscheidt, dürfte beispielsweise beim „Technischen Rathaus“ nicht vor 2021 beginnen. Bei einer Frage wünscht sich Harperscheidt eine schnelle Klärung: Wer soll die Projekte bauen? Ein Investor? Die Stadt selbst? Zum Beispiel, indem man dafür eine eigene Immobiliengesellschaft gründet? Harperscheidt favorisiert die zweite Lösung, aus einem nachvollziehbaren Grund: Nur so könne man die Kostenkontrolle bei der anschließenden Unterhaltung der Gebäude behalten: „Beim Lebenszyklus eines Gebäudes machen die Betriebskosten 85 bis 90 Prozent aus. Deswegen kann es sinnvoll sein, Gebäude selbst zu betreiben.“

170 Projekte sind es insgesamt, die derzeit von den Mitarbeitern des Amtes bearbeitet werden. Allein im investiven Bereich stehen 13,2 Millionen Euro in 2019 zur Verfügung. Schon jetzt ist absehbar, dass nicht alles ausgegeben werden kann. „Realistisch ist, dass wir davon etwa acht bis neun Millionen Euro abarbeiten werden“, schätzt Harperscheidt.

Ausschreibung für Großprojekte

Einen Schwerpunkt für Harperscheidt bilden zwei Großprojekte, für die in diesem Jahr die EU-weiten Ausschreibungen vorbereitet werden müssen: Für die geplante Erweiterung der Anne-Frank-Gesamtschule soll diese bis Februar fertig sein. Das acht bis neun Millionen Euro schwere Projekt dürfte dann 2020 oder 2021 starten. Für den 22 bis 23 Millionen Euro teuren Neubau der Hauptfeuerwache an der Veldener Straße wird der Planungswettbewerb ausschreibungsreif vorbereitet. Parallel arbeitet das Amt an der Erweiterung der Kita Friedensstraße um eine Gruppe. Bei der Gelegenheit soll die Kita komplett saniert werden. Hierfür steht eine Million Euro bereit.

Erste Entwürfe gibt es auch für die neue viergruppige Kita in Verbindung mit drei OGS-Gruppen neben der Südschule. Hier rechnen Harperscheidt und Schröder mit einem Baubeginn „nicht vor 2021“. Auch beim anvisierten Umzug des Stadtmuseums in den neuen Standort an der Schenkelstraße rechnet Harperscheidt frühestens mit einem Einzugstermin Anfang 2021. „Wir stehen mit dem Verein im Dialog.“ Ein Problem: Die Liste des Stadtmuseums, was man gerne alles in dem Gebäude unterbringen möchte, ist lang.“ Das können wir aber nicht zu 100 Prozent realisieren“, sagt Harperscheidt. Steht die Planung, müssen ein Brandschutz- und Schallschutzkonzept erstellt werden, die Ausführungsplanung abgestimmt und die Arbeiten dann ausgeschrieben werden. Ganz abgesehen von der Baugenehmigung, die für alle Projekte notwendig ist. „Dass man auf die Baugenehmigung bis zu einem Jahr warten muss, hängt mit den deutlich gestiegenen Anforderungen zusammen“, sagt Harperscheidt.

Vorantreiben will Harperscheidt auch Projekte in einem anderen Bereich: den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden. Aus gutem Grund. Zwischen 2013 und 2017 hat die Stadt hier rund 550.000 Euro investiert. „Der Geldrückfluss lag bis 2017 bei fast 400.000 Euro. Wir haben die Ausgaben also fast schon wieder eingespielt“, sagt Harperscheidt. Das spricht für weitere Investitionen.

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