Düren: Mit eiskalten Fingern: Turmblasen muss nicht ausfallen

Düren: Mit eiskalten Fingern: Turmblasen muss nicht ausfallen

Eiskalte Hände und eingeschneite Treppenstufen - das traditionelle Turmblasen des Stiftischen Gymnasiums wurde für Musiklehrerin Astrid Michels und ihre Schüler an Heiligabend zu einem Härtetest: Etwa zehn Mitglieder des Schul-Blasorchesters schafften es aufgrund der Schneemassen noch nicht einmal zur Dürener Annakirche.

Für die restlichen 20 Musiker im Alter von elf bis 20 war der Aufstieg über die schmalen und schneebedeckten Treppenstufen des Gotteshauses beschwerlicher als sonst, und er endete dieses Mal bereits im Glockenturm. Die Luke zum eingeschneiten Turm zu öffnen, das erschien einfach zu riskant.

Für Astrid Michels, die seit 1984 das Turmblasen leitet, war das auch neu: „Wir hatten jahrelang regnerisches Wetter, es war schon so windig, das uns die Noten davon geflogen sind und es lag auch schon einmal ein bisschen Schnee auf dem Turm, aber das gab es noch nicht.”

Auf die festlichen Klänge - eine Tradition, die das Stiftische Gymnasium bereits auf dem alten Turm der Annakirche praktizierte - mussten die Dürener aber nicht verzichten. Vom Glockenturm aus legten sich Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht”, „Oh du fröhliche”, „We wish you a merry christmas” oder „Es ist ein Ros entsprungen” wie eine frohe Botschaft über die Stadt. Wegen der widrigen Umstände wurde das Programm des Blasorchesters um zwei Lieder gekürzt.

Ihre Schüler werden es Astrid Michels gedankt haben, schließlich war es bitterkalt im Glockenturm. „Puh, ich kann nicht mehr”, konnte man denn auch mehrfach von den erschöpften aber glücklichen Schülerinnen und Schülern hören.

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