Aachen: Mit einem Bekenntnis zum Standort in die Zukunft

Aachen: Mit einem Bekenntnis zum Standort in die Zukunft

Es war einer der ersten Arbeitstage für Peter Selzer in seiner neuen Funktion, er war gerade erst zum Geschäftsführer von Zeitungsverlag Aachen (ZVA) und Aachener Verlagsgesellschaft (AVG) ernannt worden, im Frühsommer 2010 ist das gewesen.

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Es gab da dieses Gespräch mit Andreas Müller, ebenfalls Geschäftsführer von ZVA und AVG, und danach wusste Selzer, dass er sich eine spannende Zeit für den Einstieg in den neuen Job ausgesucht hatte.

Andreas Müller erzählte Peter Selzer von den Plänen, die Drucktechnik komplett zu erneueren, auch die Maschinen im Versand sollten ausgetauscht werden. Müller hatte das Projekt mit einer Operation am offenen Herzen verglichen, was es ziemlich gut trifft. Weil die Zeitungen ja auch in der Zeit des großen Umbaus weiter erscheinen mussten, Tag für Tag.

Wenn Peter Selzer an den Tag zurückdenkt, an dem er von den Plänen erfuhr, sagt er: „Es hat mich nicht schockiert.” Er hat so ein Projekt schon einmal erfolgreich mit umgesetzt. Aber Selzer sagt auch: „Andere Verlage lassen sich dafür ein Jahr mehr Zeit.” Die Terminvorgabe, die in Aachen ausgegeben worden war, nennt der Geschäftsführer „sportlich”. Heute, knapp zweieinhalb Jahre nach den ersten Überlegungen, ist klar, dass der Zeitplan eingehalten worden ist. Die neuen Maschinen haben die alten ersetzt, die Technik funktioniert, alles läuft. Wird Selzer gebeten, ein Fazit zu ziehen, sagt er: „Es macht einen froh zu sehen, dass das klappt.”

Dass es geklappt hat, haben Sie liebe Leserinnen und Leser, natürlich auch schon gesehen. Seit Anfang August erscheinen alle Seiten von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten in Farbe. Die Druckqualität ist deutlich besser geworden. Das waren die Gründe, die hinter der Entscheidung für eine neue Rotation standen. Selbstverständlich war sie nicht. „So ein große Investition ist immer ein Wagnis”, sagt Peter Selzer.

Allein die Fundamente!

Aus finanzieller Sicht floss ein zweistelliger Millionenbetrag in den Umbau von Rotation und Versand. Es war ein Schritt Richtung Zukunft und gleichzeitig ein Bekenntnis zum Druckstandort Aachen. Eines, wie es augenfälliger kaum sein könnte. 325 Tonnen bringt jede der beiden neuen Rotationen vom Typ „Commander CT” aus dem Hause Koenig & Bauer auf die Waage, für die jeweiligen Fundamente wurden nicht weniger als 15 Tonnen Stahl und 200 Tonnen Beton verarbeitet.

Das Vorhaben, die alten Druckmaschinen im laufenden Betrieb ab- und die neuen an gleicher Stelle wieder aufzubauen, kann ohne Übertreibung bereits als Mammut-Projekt bezeichnet werden. Aber es war noch nicht mal alles, was zu bewältigen war. „Die Baustelle im Versand ist mindestens genauso groß”, hatte Projektkoordinator Andreas Troßmann während der Bauphase gesagt. In diesem Bereich war die Ausgangslage ungefähr die gleiche: es galt von drei auf zwei Versandstraßen zu reduzieren. Auch das im laufenden Betrieb, auch das funktionierte. Nach dem Umbau ist der Versand dank neuer Maschinen schneller als zuvor, statt früher 30 000 können nun 45 000 Zeitungen pro Stunde verarbeitet werden.

Apropos Geschwindigkeit: Die der Rotation wird in den kommenden Wochen hochgefahren, bis auf ihre maximale Leistungsfähigkeit. Da der Druck der Zeitung so weniger Zeit in Anspruch nimmt, kann der Redaktionsschluss nach hinten verlegt werden. Das Ergebnis ist, dass unsere Produkte noch aktueller werden.

Die neuen Maschinen laufen, die Technik hat sich bewährt. Unseren Abonnenten würden wir sie gerne vorstellen. Ihnen machen wir das Angebot, sich einen Einblick zu verschaffen.

Der Ablauf der Umbauarbeiten an der Rotation

Ende 2010 wurden die beiden neuen Druckmaschinen gekauft. Bis April 2011 wurde die technische Umrüstung geplant und vorbereitet.

Im Mai 2011 begann der Abbau der ersten von drei alten Druckmaschinen. Weil nun zwei Maschinen die Arbeit von dreien erledigten, wurde der Redaktionsschluss vorverlegt.

Im September 2011 wurde nach den Umbauarbeiten für das Fundament der Anlage die erste von zwei neuen Druckmaschinen angeliefert und montiert. Im Dezember 2011 nahm sie den Betrieb auf.

Im Januar 2012 wurde die zweite der drei alten Druckmaschinen abgebaut. Auch danach muss über einen längeren Zeitraum ein Betonfundament für die zweite ebenfalls rund 325 Tonnen wiegende neue Maschine vom Typ „Commander CT” gebaut werden.

Im Oktober 2012 wird die letzte der drei alten Rotationsmaschinen abgebaut. Die beiden neuen Maschinen drucken alle Zeitungsseiten in Farbe.

Während des Austauschsder Druckmaschinen wurde Stück für Stück auch der Versand erneuert - eine ebenso große Baustelle.