Heimbach: Mit dem Verein „Die jungen Alten” Vertrautes neu sehen

Heimbach: Mit dem Verein „Die jungen Alten” Vertrautes neu sehen

Beim zweiten „Spaziergang in die Geschichte” des Vereins „Die jungen Alten Heimbach” konnte Archäologin Petra Tutlies den rund 50 Wanderern Erstaunliches berichten: Zwischen Blens und Hausen wurde ein Messer aus Stein gefunden, einfach gearbeitet, aber lebensnotwendig für steinzeitliche Jäger, die nur eins suchten: Satte Beute.

Und der Fund lässt ahnen: Schon etwa 9000 bis 5000 vor Christi Geburt durchstreiften Menschen dieses Gebiet. Vielleicht geschah dies auf den Spuren von Tieren, die geschickt begehbare Passagen durch die Rur nutzten, um das Flüsschen zu durchqueren. Sicher ist das nicht. Aber immerhin ein Grund, auch weiterhin aufmerksam die Auen zu durchstreifen - auf der Suche nach Fundstücken aus der Vergangenheit.

Das ließen sich „die jungen Alten” und ihre Gäste nicht zwei Mal sagen. Viele sahen die vertraute Umgebung mit anderen Augen und entdeckten Besonderheiten in Burg und Kapelle in Blens, aber auch in Hausen, wo die zweigeteilte Burg auf größtes Interesse stieß.

Diese Burg ist einzigartig im Rheinland: Der frühere Wassergraben der heute zweigeteilten ehemaligen Wasserburg aus dem Jahr 1348 wurde nicht wie anderenorts üblich durch Bäche gespeist, sondern mit Quellen, die im Hanggelände verstreut liegen.

Stoff genug zum Nachdenken beim anschließenden Kaffee im Hausener Kaffeestübchen, bei dem sich die Teilnehmer einig waren: Anregender als mit einer Nachhilfestunde in Geschichte und Archäologie kann kaum ein Spaziergang sein.

Im Frühjahr soll die dritte Auflage der „Spaziergänge in die Geschichte” mit Petra Tutlies, der Leiterin des Amtes für Bodendenkmalpflege in Wollersheim, folgen.

Mehr von Aachener Nachrichten