Hürtgenwald: Mit dem Motorrad 30 Meter geflogen

Hürtgenwald: Mit dem Motorrad 30 Meter geflogen

Es war das perfekte Spektakel, was die Motocrosser des MSC Kleinhau geboten haben. Obwohl die einzigen Flutlichtrennen Deutschlands diesmal nicht bei Kaiserwetter stattgefunden habe, war die Naturrennstrecke am Raffelsberg erneut zum Ziel für etwa 4000 Motocross-Fans geworden. Und die bekamen die ganze Palette des Motocross geboten.

1680 Meter ist die anspruchsvolle Strecke zwischen Kleinhau und Brandenberg lang. Einen nicht unerheblichen Teil der Distanz legen die Fahrer fliegenderweise zurück. Sätze von 30 oder 40 Meter, in fünf, sechs Metern Höhe, waren keine Seltenheit. Frank Güldenring und Uwe Fink haben das Spektakel zum ersten Mal mterlebt.

Sie sind normalerweise für den MSC Eitorf an der Sieg aktiv. Beim Flutlichtcross arbeiteten sie als Streckenposten direkt am Sprungtisch. „Wir machen das aus Liebe zum Motorsport”, erklärte Güldenring. Und deswegen sind sie voll auf ihre Kosten gekommen. Ich bin zum ersten Mal hier und muss sagen, dass das hier wirklich eine schöne Strecke ist”, sagte Güldenring. Fink zählt die Vorzüge auf. „Sie ist gepflegt, so übersichtlich, dass die Zuschauer fast den gesamten Verlauf einsehen können und anspruchsvoll.”

Regelmäßig ist Christian Hentrich auf der Strecke unterwegs. Einen Heimvorteil hat der Mann, der mit Partner Stefan Effertz in der Seitenwagenklasse schon manches Rennen gewonnen hat, deshalb nicht unbedingt. Eine halbe Stunde vor dem zweiten Wertungslauf wanderte der Fahrer entlang der Strecke. „Ich muss gucken, wie sich die Spur verändert hat”, erklärte er. Eigentlich war das Wetter für die Fahrer ideal. Beim Flutlichtcross war es kühl, aber trocken. In den Tagen zuvor hatte es geregnet, so dass kein Staub aufgewirbelt wurde.

Feuchte Erde ist aber formbar. Vor allem in den engen Kurven graben die Räder tiefe Fahrrinnen in die Strecke. Trifft der Fahrer die Rinne nicht, dann droht der unfreiwillige Abflug von der Strecke. Das Kleinhauer Gespann hatte Pech. Im ersten Rennen ist ihre Kette abgesprungen und hat so einen Strich durch die Rechnung gemacht, die am Ende den Gesamtsieg aufweisen sollte.

Eine andere Rechnung ist dagegen voll aufgegangen. Nämlich die, das großer Aufwand großen Erfolg zur Folge hat. „Wir kommen beim Flutlichtrennen sicher auf 200 Helfer”, schilderte Sportleiter Herbert Wirtz. Angefangen mit den Leuten des THW über die Helfer des Roten Kreuz, den Sicherheitskräften, den vielen Händen aus den Reihen des MSC bis hin zu den Streckenposten des MSC Eitorf.