Düren/Prefov: Mit dem Fahrrad zum Grab des Onkels in der Slowakei

Düren/Prefov: Mit dem Fahrrad zum Grab des Onkels in der Slowakei

„Die Gastfreundschaft der Menschen, die wir erlebt haben, war einfach unübertroffen. Die ganze Fahrt war ein unglaubliches Erlebnis.” Peter Schumacher, 61, aus Derichsweiler ist gerade von seiner fünften „Radtour der Hoffnung” zurück gekommen.

Diesmal ging die Fahrt nach Prefov in der Slowakei, weil hier ein Onkel des Radlers auf dem Soldatenfriedhof beerdigt ist. „Wir hatten einen Gedenkstein für die Grabstelle meines Onkels im Gepäck”, so Schumacher. „Die hat über ein Kilogramm gewogen. Zum Glück haben wir das Grab meines Onkels auch gefunden.”

1800 Kilometer hat Peter Schumacher, der übrigens gemeinsam mit seinem Vetter Fritz Jaax aus Tondorf in der Eifel unterwegs war, mit seinem Drahtesel zurückgelegt, zurück ist er dann mit dem Bus gekommen. „Eine Gruppe aus Vossenack war mit Pfarrer Axel Lautenschläger im polnischen Krakau. Die haben uns mit nach Hause genommen.”

Übernachtet haben Peter Schumacher und sein Cousin meistens in Privatunterkünften, manchmal mussten sie sich ein Hotelzimmer nehmen. „Die Menschen, die wir getroffen haben, waren sehr hilfsbereit.” Einmal, berichtet der Radler, habe man vor einem schlimmen Regenschauer flüchten müssen. „Da sind wir einfach in eine Scheune gegangen. Die Menschen haben uns zwar gefragt, wo wir herkommen, ansonsten hat das aber niemanden gestört, dass wir da waren.”

Unterwegs hat Peter Schumacher immer wieder auch Menschen getroffen, die einen Bezug zu Düren haben.” In der Nähe von Prefov wohnen Leute, deren Tochter mittlerweile in Kreuzau lebt. Und Anton und Viera Belosic haben sich wirklich sehr rührend um uns gekümmert.”

Station gemacht haben die beiden Männer auch im Konzentrationslager im polnischen Auschwitz. „Ich war ja schon einmal hier”, sagt Peter Schumacher. „Aber das war trotzdem wieder eine ganz besonders berührende Erfahrung für mich.”

Wie immer hat Peter Schumacher seine Radtour für einen guten Zweck unternommen, diesmal kommt der Erlös der Fahrt, genau 2100 Euro, dem Jugendzentrum „MultiKulti” der Evangelischen Gemeinde zu Gute. Insgesamt sind bei allen fünf „Touren der Hoffnungen” bisher 47 000 Euro zusammen gekommen. „Es wird einfach immer schwerer”, so Schumacher, „Sponsoren zu finden. Damit muss ich leben.”

Am Sonntag, 9. September, lädt Schumacher wieder zu seinem Radsporttag ein. Wie bereits im vergangenen Jahr sind Start und Ziel der Benefiztour im Kreuzauer Ortsteil Obermaubach. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück der Teilnehmer um 8 Uhr, danach gibt es Strecken für Familien, Rennfahrer und Mountainbiker. Auch mit dieser Veranstaltung möchte Peter Schumacher Geld für benachteiligte Kinder in der Region sammeln.