Düren: Mit dem Drahtesel bis nach Auschwitz

Düren: Mit dem Drahtesel bis nach Auschwitz

Unter seinen Briefen steht meistens „der mit dem Fahrrad”. Ziemlich treffend, denn der Drahtesel ist irgendwie schon Peter Schumachers Markenzeichen. Jedes Jahr im September lädt der Mann aus Derichsweiler zum „Radsporttag” ein, seit drei Jahren startet er zudem die „Tour der Hoffnung”.

Zwei Mal ist er mit seinem Fahrrad in Richtung Niederlande gefahren, wenn er heuer am Montag, 3. Mai, am Bürgerbüro losfährt, schlägt der 59-Jährige eine ganz andere Richtung ein: Am 17. Mai will Schumacher samt Fahrrad am Konzentrationslager in Auschwitz sein. Die Schirmherrschaft für die außergewöhnliche Radtour hat wieder Bürgermeister Paul Larue übernommen, er wird Schumacher auch am Bürgerbüro verabschieden. Im Jahr 2007 kam Peter Schumacher auf die Idee, seine Leidenschaft Fahrradfahren für einen guten Zweck zu nutzen. Bereits bei der ersten Tour der Hoffnung sammelte er 4000 Euro für Selbsthilfegruppen für Parkinson-Erkrankte.

Ein Jahr später kamen 6250 Euro für behinderte Kinder zusammen. Dieses Ergebnis will Peter Schumacher, den im Augenblick leichte Rückenprobleme plagen („Ich fahre auf jeden Fall!”) in diesem Jahr unbedingt noch einmal steigern. Der rührige Radler verkauft Kilometerlisten. Für einen Mindestbeitrag von 2,50 Euro gibt es fünf Kilometer. 100 Kilometer kosten 50 Euro.

Peter Schumacher legt die rund 1300 Kilometer bis Auschwitz mit seinem Freund Ewald Lenzen (76) zurück. Hundert Kilometer wollen die beiden Männer jeden Tag zurücklegen. „Ewald Lenzen”, so Peter Schumacher, „kennt sich bestens mit der Geschichte aus. Auch mit der Geschichte von Auschwitz. Und weil die Befreiung jetzt 65 Jahre zurückliegt, haben wir gedacht, dass das für uns ein ideales Ziel sein könnte.” Den Erlös seiner Tour spendet Peter Schumacher in diesem Jahr an das Kinderheim in Bürvenich, etwa 15 Kilometer von Düren. 25 Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung leben hier. Schumacher: „Ich möchte da helfen, wo es wirklich Not tut. Und behinderte Kinder liegen mir besonders am Herzen.”

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