Mit Container-Gruppen und Masterplan gegen fehlende Kita-Plätze

In Düren fehlen Hunderte Kita-Plätze: „Ampel“ fordert Container-Gruppen und einen Masterplan „Frühe Bildung“

Die „Ampel“-Stadtratsmehrheit schlägt Alarm: Laut der jugendpolitischen Sprecher Ulf Opländer (SPD) und Bruno Voß (Grüne) fehlen mit Blick auf das am 1. August beginnende Kindergartenjahr 2019/20 im Stadtgebiet allein 120 Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren (Ü3).

Dazu kommen voraussichtlich mehrere Hundert Plätze für Kinder unter drei Jahren. „Würden alle Eltern eine Betreuung ab dem ersten Geburtstag einfordern, würden sogar 1000 Plätze fehlen“, erklärt Voß.

Die Gründe sind vielfältig: Dazu gehören die wieder steigenden Geburtenzahlen und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Nicht vergessen werden darf aber auch die von der Stadt Düren beschlossene Beitragsfreiheit, die immer mehr Eltern überlegen lässt, ihr Kinder frühzeitig in einer Kita unterzubringen.

Die „Ampel“ sieht akuten Handlungsbedarf in vielen Stadtteilen, insbesondere aber im Dürener Norden und Südosten, wo die Zahl der quartiersnahen Kita-Plätze deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf liegt, eine frühkindliche Betreuung mit Blick auf den weiteren Lebensweg der Kinder aber besonders wichtig ist, wie Opländer betont.

Provisorisch in den Griff bekommen will die „Ampel“ das Problem der fehlenden Kita-Plätze mit „geeigneten Containermodulen“, da feste bauliche Lösungen in der Kürze der Zeit nicht realisiert werden können. „Die sind aber räumlich keine Verschlechterung“, ist Opländer überzeugt. „Acht bis zehn Containergruppen mit 150 Betreuungsplätzen wären in einem ersten Schritt ideal“, weiß Voß. Oder wie es Opländer formuliert: „So viele wie möglich, so schnell wie möglich.“

Ulf Opländer (SPD, l.) und Bruno Voß (Grüne), die jugendpolitischen Sprecher der „Ampel“. Foto: ZVA/Jörg Abels

Dabei denken die Jugendpolitiker in erster Linie an den Ankauf entsprechender Module. Denn dies sei im laufenden Doppelhaushalt problemlos möglich, weil sich einige geplante Baumaßnahmen verzögern würden. Die „Ampel“ will aber keine neuen, eigenständigen Kitas schaffen, sondern Dependancen bereits bestehender. Ein Beispiel sei die von der Arbeiterwohlfahrt getragene Kita „Lollypop“ in der Nordschule, die aus Sicht der beiden Fachpolitiker gut um zwei bis drei Containergruppen erweitert werden könnte.

Die schnelle Bereitstellung von mobilen Kita-Gruppen soll aber nur eine erste Sofortmaßnahme sein. Weil der steigende Betreuungsbedarf schon in wenigen Jahren auch Auswirkungen auf die Zahl der benötigten Plätze in den Offenen Ganztagsgrundschulen, den Grundschulen selbst und schließlich auch den weiterführenden Schulen haben wird, fordert die „Ampel“ einen Masterplan „Frühe Bildung“ für Düren. Dieser soll nach Möglichkeit wie der Grundsatzbeschluss zur Anschaffung von Containermodulen bereits in der Sitzung des Stadtrates am kommenden Dienstag, 4. Dezember, auf den Weg gebracht werden.

„Daran mitwirken müssen die Stadtverwaltung mit Jugend-, Schulverwaltungs- und Planungsamt, das Gebäudemanagement, die ‚ARGE 78 Kindertagesbetreuung‘, die Schulvertretungen und die Politik“, betont Opländer, um Erkenntnisse über den mittel- und langfristigen Bedarf zu erhalten. Erste Eckdaten erhoffen sich Opländer und Voß noch vor den Sommerferien, um bei den Haushaltsberatungen 20/21 reagieren und die Zahl fehlender Betreuungsplätze weiter senken zu können.

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