Düren: „Milt Jackson Project”: Echte Könner an den Instrumenten

Düren: „Milt Jackson Project”: Echte Könner an den Instrumenten

Klassisch elegant, in dunklen Anzügen, traten die Musiker um Matthias Strucken beim Jahresausklang von „Planet Jazz” im Haus der Stadt auf. Das passte gut, huldigten der Kölner Vibraphonist und seine Mitstreiter Martin Sasse (Piano), Henning Gailling (Kontrabass) und Leif Battermann (Schlagzeug) doch einem absoluten Klassiker des Jazz.

Mit Milt Jackson, Weggefährte von Miles Davis und Thelonious Monk, haben sich die Vier in ihrer Musik einer der wichtigsten Persönlichkeiten des Modern Jazz und einem Mitbegründer des Modern Jazz Quartetts, das den Jazz in den 50er und 60er Jahren in die Konzerthäuser brachte, verschrieben. So trat man im Haus der Stadt auch als „Milt Jackson Project” auf.

Dabei legten die Musiker den Schwerpunkt auf die Musik, die Milt Jackson in den 70er bis 90er Jahren mit Künstlern wie Oscar Peterson, Monty Alexander oder Ray Brown gespielt hat: eine soulige, bluesige und zum Teil funkige Spielart des Jazz. Den Blues im Jazz konnte man direkt im ersten Stück des Abends hören, als Strucken wohl Jacksons bekannteste Komposition „Bag´s Groove” anstimmte.

Gleichzeitig ließen die ersten Improvisationen nicht lange auf sich warten, ein Musiker nach dem anderen glänzte hierbei an seinem Instrument - keine Frage, hier waren echte Könner am Werk. Mit dem Song „Fungi Mama” ging es leichtfüßig weiter im Programm. Der charakteristische Klang des Vibraphons sorgte dabei für ein außergewöhnliches Hörerlebnis.

Dieses fiel zudem beeindruckend vielseitig aus: Obwohl ein Percussionsinstrument, entlockte der Kölner Strucken seinem Vibraphon ungewöhnlich warme und sphärische Töne, zu hören beim getragenen „Close enough for love”. Demgegenüber wirbelte er im Anschluss bei dem Song „Benissimo” mit gleich vier Schlegeln zugleich an seinem Instrument. Das Ergebnis: ein Sound, der dem Publikum in die Glieder fuhr. So schnippte der eine oder andere der rund 70 Besucher beschwingt im Takt der Musik mit. Entgehen wollte sich das hochkarätige Konzert auch die Dürener Vibraphon-Legende Günther Joos nicht.

Mit dem Milt Jackson Project beschloss man bei Planet Jazz auch das musikalische Jahr. Henner Schmidt, der zusammen mit Oliver Mark für die Konzertreihe verantwortlich zeichnet, blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: „Ich denke, es ist uns gelungen, im ganzen Jahr ein gutes künstlerisches Niveau zu bieten.”

Weiter geht es mit Planet Jazz im kommenden Jahr am 20. Januar. Dann spielt im Foyer des Hauses der Stadt die Mingus Celebration Band.