Kreis Düren: Millionenprojekt in Siersdorf: Auto-Prüfstand für Profis

Kreis Düren: Millionenprojekt in Siersdorf: Auto-Prüfstand für Profis

Die Ingenieure vom Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen können es kaum abwarten. Am Montag, 8 Uhr, rücken sie in Siersdorf an. Auf der neuen Dynamikfläche im Industrie-Park Emil Mayrisch werden sie neue Fahrerassistenzsysteme testen.

„Der Weg für den Testbetrieb ist frei”, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn am Donnerstag sichtlich erfreut. Für einen Probeslalom hatten die Ingenieure auf der kreisrunden Fläche mit 210 Meter Durchmesser orangefarbene Pylone aufgestellt. Die spiegelten sich auf der nassen Asphaltoberfläche, als Spelthahn die fertiggestellte Dynamikfläche im Aldenhoven Testing Center der Öffentlichkeit vorstellte.

Seit 2002, beschrieb Spelthahn den langen Weg, habe man viele Rückschläge erlebt im Bemühen, die Bergbaubrache weiterzuentwickeln. Mit Unterstützung der RWTH, die drei Millionen Euro beisteuerte, habe man ein bedeutendes Etappenziel erreicht.

Die RWTH will auf dem Gelände „neue Technologien und Produkte für eine nachhaltige Mobilität entwickeln”, sagte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, als er sich mit den beteiligten RWTH-Professoren Lutz Eckstein, ab 1. Januar Leiter des ika, Stefan Pischinger, Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen (VKA) und Dirk Abel vom Institut für Regelungstechnik (irt) die Fläche anschaute.

Ab sofort können Hochschuleinrichtungen und kleine und mittlere Unternehmen Testreihen fahren. Um die künftige Vermarktung soll sich die RWTH kümmern.

Auch neuartige Navigationsanwendungen auf Basis des künftigen europäischen Navigationssystems Galileo werden in Siersdorf untersucht. Dieses System soll zum Beispiel Auffahrunfälle verhindern. „Galileo gibt künftigen Fahrzeugen ein neues Sinnesorgan, um die Sicherheit im Kraftfahrzeug zu steigern”, sagte Eckstein. Will heißen: „Sie lenken das Auto zwar, aber Sie sind nicht mehr das Sicherheitsrisiko.” So verdeutlichte Schmachtenberg den Vorteil dieses Systems.

Spelthahn hofft noch vor Weihnachten auf ein Signal von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, und zwar ein schriftliches. Eine mündliche Zusage für 10,5 Millionen Euro vom Land gebe es. 16 Millionen Euro kostet das Projekt. In einer zweiten Bauphase sollen bis Ende 2011 Handlingkurs, Schlechtwegstrecke, Steigungshügel und Bremsstrecke entstehen.