Düren: Milde Strafe für einen unbelehrbaren Betrüger

Düren: Milde Strafe für einen unbelehrbaren Betrüger

25 Minuten brauchte die Staatsanwältin am Dienstag im Amtsgericht, um alle Taten aufzuzählen, die einem 33-Jährigen vorgeworfen werden und für die er schließlich auch verurteilt wurde.

Der Mann kam aus der Untersuchungshaft, er hat von Juni 2008 bis März 2009 fast täglich Menschen reingelegt und betrogen.

129 Taten listete die Staatsanwältin auf. Der Angeklagte lieh sich Geld und wußte genau, dass er es nicht zurückzahlen wird. Er kaufte und bestellte reihenweise Handys auf die Namen von Freundinnen.

Es bestellte sich Digitalkameras, bot elektronische Geräte im Internet an, kassierte Geld und lieferte die Ware nicht. Er mietete sich eine Wohnung, legte eine gefälschte Lohnabrechnung vor und zahlte außer der ersten Miete und der Kaution nichts. Er bestellte sich bei Internet-Händlern Handys, DVDs, Musik, Lautsprecher, Navigationsgeräte und Bücher und bezahlte nichts davon. Vier Personen ließ er dicke Blumensträuße zukommen, ohne die zu bezahlen.

42 Fälle von gewerbsmäßigem Betrug waren dabei. „Was mir vorgeworfen wird, stimmt alles”, sagte der Mann mit leiser Stimme und begann, von den Enttäuschungen zu berichten, die er in seinem Leben schon alle erlitten hatte.

Und: Seit Jahren sei er von Kokain abhängig, einer Droge, durch die ihm offenbar der Eindruck von eigener Größe und Machtvollkommenheit vermittelt wurde. „Ich hätte mir Hilfe holen müssen”, so die späte Einsicht. Doch er habe immer angenommen, er werde schon allein mit allen Problemen fertig.

Seit 1998 ist der Betrüger einschlägig vorbestraft. Dem Richter lagen 18 Einträge im Strafregister vor. Immer wieder wurde der Mann verurteilt, doch er erwies sich als unbelehrbar. Auch ein Gefängnisaufenthalt brachte nicht die Wende.

Die sei aber möglich, meinte der Bewährungshelfer in seinem Vortrag. Der Angeklagte habe jetzt endlich eingesehen, dass er sein Leben grundlegend ändern müsse. „Er will arbeiten und den Schaden wieder gutmachen.”

Die Staatsanwältin wollte ihn für drei Jahre hinter Gitter schicken. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Hans-Georg Wingen zeigte sich mal wieder milde und verhängte zwei Jahre und acht Monate.