Düren: Mietergemeinschaft: Furcht vor Verdrängung

Düren: Mietergemeinschaft: Furcht vor Verdrängung

Die Mietergemeinschaft „An der Rur“ befürchtet, dass viele Bewohner des Gebäudekomplexes Rütger-von-Scheven-Straße 48 bis 138 ihre Wohnungen verlassen müssen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können. Die Häuser werden von der neuen Besitzerin der Anlage, der Deutschen Invest Immobilien GmbH (DII) in Wiesbaden derzeit instand gesetzt und modernisiert.

Vor dem Beginn der Modernisierung haben die Mieter im Durchschnitt nur 3,80 Euro pro Quadratmeter bezahlen müssen. Nach dem Einbau von Heizungsanlagen und neuen Fenstern sowie der Wärmedämmung der Außenfassaden beträgt die monatliche Miete bis zu sieben Euro pro Quadratmeter — also fast das Doppelte. „Wer soll das bezahlen?“, fragt Willem Caenen, Sprecher der Mietergemeinschaft.

„Bei Mietpreisen über sieben Euro je Quadratmeter müssen alle Bezieher von Sozialleistungen sich neue Wohnungen suchen und auch Selbstzahler mit eigenem Einkommen geraten an die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten. Das ist ein Verdrängungsprozess.“

Die DII hat Mitte letzten Jahres versichert, dass jetzige Mieter nach der Renovierung maximal 5,50 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen. „Dieses Versprechen gilt auch heute noch“, erklärte Geschäftsführer Thomas Settelmayer auf Anfrage. „Zwar ergibt sich im Einzelfall durch die Modernisierung eine Miete von sechs Euro oder mehr, aber wir sind bereit, bei Altmietern die Miete auf 5,50 Euro zu kappen“. Die Ermäßigung, die im Mieterbüro in der Rütger-von-Scheven-Straße 122 beantragt werden kann, ist bis zum 30. Juni 2015 — also auf zwei Jahre — befristet. Was danach geschieht, ließ Settelmayer offen.

„Die Stadt Düren ist daran interessiert, dass die Wohnanlage künftig eine zeitgemäße Ausstattung bietet. Und wir werden uns nach Kräften darum bemühen, dass die jetzigen Mieter bleiben können“, erklärte der städtische Baudirektor Paul Zündorf. Zusammen mit Bürgermeister Paul Larue werde er in den nächsten Tagen mit der DII ein „klärendes Gespräch“ führen, dem eine Diskussion in größere Runde folgen solle.