Merzenich: Merzenicher Verkehrsprobleme sollen mit neuem Vorschlag gelöst werden

Merzenich : Merzenicher Verkehrsprobleme sollen mit neuem Vorschlag gelöst werden

Die Bedenken der Bürger gegen die geplante Einbahnstraßen-Regelung, die in Merzenich auf Vorschlag der Verwaltung testweise erprobt werden sollte, um die innerörtlichen Verkehrsprobleme zu lösen, sind gehört worden. Stattdessen schlagen Planer und Verwaltung nun ein reduziertes Zwei-Phasen-Modell vor.

Das beinhaltet in Phase 1 die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs rund um den Lindenplatz in Verbindung mit einer Tempo 20-Zone. Zusätzlich soll es ein Abbiegeverbot von der Bergstraße in die Lindenstraße geben. So soll die Rückstausituation in der Bergstraße aufgelöst werden.

In einem dreimonatigen Versuch soll von September bis November getestet werden, ob diese erste Maßnahme zu dem gewünschten Ergebnis führt. „Wir wussten, dass das Thema ‚Einbahnstraßen‘ die Bürger berühren wird. Deswegen haben wir ja auch nach den Beratungen in Ausschuss und Rat zu einer Bürgerinformationsveranstaltung eingeladen. Für unsere Vorschläge müssen wir aber auch auf Akzeptanz stoßen“, begründet Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) die Abkehr vom bisherigen Konzept. Die war nicht gegeben, auch wenn auf der Bürgerveranstaltung vorwiegend nur die Gegner der Einbahnstraßenregelung vor Ort gewesen seien.

Gelhausen hat sich deswegen für „eine Politik der kleinen Schritte“ entschieden, vermutlich auch, weil in der Politik die anfängliche Zustimmung zu dem Einbahnstraßenkonzept bröckelte. „Politik der kleinen Schritte“ bedeutet für Gelhausen genau da anzusetzen, wo das größte Problem auftritt: am Lindenplatz und dem Stau in der Bergstraße.

Nach dem Testversuch soll dann im Dezember vom Gemeinderat entschieden werden, ob die neue Regelung dauerhaft Bestand haben soll, beziehungsweise ein weiterer Schritt notwendig ist. Der Vorschlag: In Phase 2 könnte eine kleine Einbahnstraßenlösung getestet werden. Dies würde dann nur die Lindenstraße, die Dürener Straße und die Bahnstraße betreffen. Sie hätte das Ziel, den Durchgangsverkehr zu verlagern. Der wird, wie die Messungen der Verkehrsplaner zeigen, nämlich zu 80 bis 85 Prozent von den Merzenichern selbst verursacht.

„Die Verkehrsprobleme in Merzenich sind ein hausgemachtes Problem, wie die Messungen deutlich zeigen“, sagt Gelhausen und spricht noch einen weiteren Punkt an, der aus seiner Sicht für die Phase 2 sprechen würde: „Mit dem ersten kleinen Eingriff schaffen wir noch keinen zusätzlichen Raum für Radfahrer. Dabei ist Merzenich der ideale Radfahrort, weil der Ort sehr kompakt ist und man vieles auf kurzem Wege erledigen könnte.“

Dass das Radfahrpotenzial steigerungsfähig ist, belegen die Zählungen der Verkehrsplaner auch: die Quote liegt bei unter einem Prozent. Phase 2 setzt allerdings einen erneuten Beschluss des Gemeinderates voraus, der dann frühestens im Dezember getroffen würde.

Bürgermeister Georg Gelhausen ist optimistisch, dass er für den neuen Vorschlag eines dreimonatigen Testversuchs zur Schaffung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs am Lindenplatz in der Ratssitzung am Donnerstag kommender Woche eine Mehrheit finden wird.

„Mein Motto ist: Gemeinsam mehr aus Merzenich zu machen, und das möglichst transparent. Ich will vernünftige Lösungen finden, und das lieber in kleinen Schritten, als gar nicht. Meine Rolle ist es dann, die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen“, betont Gelhausen.

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