„Black Eagles“: Zwei leidenschaftliche Linedancer aus Düren

„Black Eagles“ : Zwei leidenschaftliche Linedancer aus Düren

Helga Mäder aus Düren ist bei den „Black Eagles“ aktiv und tanzt am liebsten mit ihrem Mann. Er steht bei jedem Westernball als erster und letzter Partner auf ihrer Tanzkarte.

Das Wohnzimmer der Familie Mäder ist groß, hell und geräumig und erinnert mit den stilvollen Holzbalken unter der Dachschräge ein wenig an eine Scheune, was außerordentlich gut zum Lieblingshobby von Helga Mäder passt, dem Linedance, jenem Gruppentanz aus den USA, der meist zu Countrymusik getanzt wird. Wer sich jetzt noch einen Cowboyhut für ihn und ein langes Kleid mit Reifrock für sie á la Westernfilm hinzudenkt, kann sich vorstellen, dass man hier gelernte Schritte wunderbar „in style“ üben kann.

„Eigentlich wollte ich, als ich mit meinem Mann zusammenkam, das Tanzen aufgeben und mich ganz gemütlich auf unser Leben als Paar einlassen“, erzählt Helga Mäder. Aber ihr Mann Jens habe den Tanz, den sie vor 21 Jahren bereits für sich entdeckte, so schön gefunden, dass er kurzerhand mit eingestiegen sei. Seit fünf Jahren tanzen sie nun gemeinsam. Ein Paar sind sie seit 2012, geheiratet haben die beiden vor zwei Jahren.

Dabei hatten sie sich eigentlich schon vor 18 Jahren beim Kostümball am Karnevalssamstag in der Stadthalle kennengelernt. Freunde hatten sie, die sie für den Abend in das Kostüm eines American Footballers geschlüpft war, und ihn, der mit Kittelschürze und „altem Hut von der Oma“ als eine Art Frau Flodder beim Ball aufkreuzte, miteinander bekannt gemacht.

Danach zogen aber noch einmal elf Jahre ins Rheinland, bevor Jens Helga wieder suchte und fand. Anlass für die Kontaktauffrischung war ein zufälliges Treffen bei Helgas Arbeitgeber. Sie war ihm nie ganz aus dem Kopf gegangen. Jetzt steht er bei jedem Westernball als erster und letzter Tanzpartner auf ihrer Tanzkarte.

Denn Linedance kann man nicht nur als Einzeltänzerin in der Gruppe tanzen, sondern auch als Paar. „Country und Western Dance – wir können alles“ ist auf der Homepage ihres Vereines, den „Black Eagles“ Düren, in Anlehnung an das berühmte „Blues Brothers“-Filmzitat zu lesen. Die Tänzer fügen jedoch noch hinzu: „Alles – außer Square Dance“.

Diese Unterscheidung ist auch Helga Mäder sehr wichtig. „Wir brauchen keinen Caller, der Tanzschritte und -figuren ansagt. Wir können überall loslegen, auch auf dem Schützenfest, solange die Musik passt. Es ist ein komplett anderer Tanz.“

Mit dem Linedance hat es der Verein, der seit 1998 besteht, sogar schon ins Fernsehen geschafft. Für die ARD-Show „Mensch Jürgen! Von der Lippe wird 70“, eine Überraschungsrevue zum 70. Geburtstag des Entertainers, wurde eine Linedance-Formation gesucht, die im Hintergrund zu dem Song „No, No, Never“ der Gruppe Texas Lightning mit Sängerin Jane Comerford auftreten sollte. Trainer Robert Cröngen ergriff die Gelegenheit und coachte seine Tänzer zum TV-Auftritt.

Das Ehepaar Mäder war zum Aufzeichnungstermin leider unabkömmlich. Es galt, ihren Fußballverein Borussia Mönchengladbach beim Spiel gegen den Hamburger SV zu unterstützen und die in Hamburg lebende „über alles geliebte“ Familie des Neffen von Jens Mäder zu besuchen.

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