Schützenfest der Lambertus-Bruderschaft in Morschenich-Neu

Keine Nachwuchsprobleme : Schützen profitieren vom neuen Standort

Das größte Problem der heutigen Vereinslandschaft, ist das Fehlen des Nachwuchses, der die Zukunft der Vereine sichern soll. Für die St.-Lambertus-Schützenbruderschaft Morschenich gilt dieses Problem eher weniger.

Beim Schützenfest in Morschenich-Neu mangelte es nicht an erfolgreichen Jungschützen, die sich mit ihren Leistungen einen Platz neben den „alten Hasen“ in den Vereinsannalen erschossen. Der Umzug des Vereins sowie eines Großteils der Gemeinde, vom alten Morschenich ins Neue, hat dem Verein nicht geschadet. Weiterhin gehört die Jugendabteilung der Schützenbruderschaft zu einer der größten im gesamten Bezirk Düren-Nord.

Morschenich-Neu zählt bisher nur einige Hundert Einwohner, aber nach und nach füllen sich die Straßen und Neubauten mit Bewohnern des alten Morschenich. Umso erstaunlicher, dass am Samstagabend zum Festball im Rahmen des Schützenfestes, über 400 Menschen das Zelt und den Vorplatz füllten. Der Verein selber hat 130 Mitglieder, wovon etwa die Hälfte aktive Mitglieder sind.

Doch nicht nur die Unterstützung im eigenen Dorf ist eine wichtige Stütze für die Schützenbruderschaft. Der neue Standort der Morschenicher, in, direkt an der L264 gelegen, befindet sich unmittelbare Nähe zu Merzenich. Morschenich gehörte zwar schon immer zur Gemeinde Merzenich, die neugewonnene Nähe bringt aber weitere Vorteile mit sich. So tragen die Bemühungen, um eine Annäherung und Einbindung von Morschenich-Neu und Merzenich bereits Früchte. Beide Orte sind über eine Brücke verbunden, die sowohl praktischen als auch symbolischen Wert hat. Egal ob Feuerwehrfeste, Schützenfeste oder Veranstaltungen der Karnevalsgesellschaften, man unterstützt sich gegenseitig, und die Ortsvereine tragen einen erheblichen Teil zu dieser Zusammenarbeit bei.

Die St.-Lambertus-Schützenbruderschaft konnte aber nicht nur die regen Besuchszahlen und die erfolgreiche Kooperation mit Merzenich feiern, denn ein internes Jubiläum war zudem noch Grund für den sonntäglichen Festkommers. Der Tambourcorps der Schützenbruderschaft feierte sein 25-jähriges Bestehen, gemeinsam mit eingeladenen Bruderschaften und Corps aus Nachbarorten. Nach dem großen Festumzug am Sonntag wurde im Zelt die Chronik der Corps vorgelesen und der restliche Tag dem Tambourcorps gewidmet. Die 16 aktiven Mitglieder im Corps unter der Leitung von Tambo-Major Hubert Steffen sind gleichzeitig alle Mitglieder im Schützenverein und führten ihren Verein musikalisch durch die schwierigen Zeiten des Umzuges eines ganzen Ortes.

Abschluss des viertägigen Schützenfestes war der Königsball und die Königskrönung am Montagabend.

Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) von Merzenich hielt spontan eine kurze Ansprache, in der er vor allem auf die Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen von Merzenich und Morschenich-Neu einging. Auch der mittlerweile in den Ruhestand getretene Pfarrer Hamachers stand als Redner vor der Gemeinschaft und verlieh als Präses der St.-Lambertus-Bruderschaft die neue Königs- und Prinzenwürden.

Neuer Schützenkönig wurde Thomas Heinze mit seiner Lebensgefährtin Silke Schmitt als Königin. Ende der 90er Jahre zog Heinze aus der Kölner Gegend nach Merzenich und trat 2013 der Bruderschaft bei. Seine Partnerin Silke Schmitt ist der Schützenbruderschaft seit über 30 Jahren treu und war selber im Jahr 2010 Schützenkönigin. Thomas Heinze war damals ihre Begleitung. In diesem Jahr sind die Rollen einfach getauscht worden. Sie lösen das bisherige Königspaar Klaus und Sandra Rüth ab.

Die 17-jährige Lara Effertz konnte mit dem 18. Schuss den Titel Jungschützenprinzessin für sich gewinnen. Die gebürtige Merzenicherin ist seit 2018 Mitglied in der Bruderschaft und somit eine der ersten, die der Bruderschaft am neuen Standort Morschenich-Neu beigetreten ist. Effertz löst den bisherigen Jungschützenprinzen Finn Dohmes ab.

Der neue Schülerprinz der Bruderschaft ist seit 13 Jahren Mitglied im Verein. Und dabei gerade einmal 14 Jahre alt. Till Dohmes konnte mit dem zwölften Schuss die Prinzenwürde zum zweiten Mal für sich gewinnen. Vor zwei Jahren war er bereits schon einmal Schülerprinz. Sein Vater Michael Dohmes ist Ortsvorsteher von Morschenich-Neu und die ganze Familie ist in der St.-Lambertus-Schützenbruderschaft aktiv.

Anke Jansen ist die Schriftführerin des Vereins und Mitglied des Tambourcorps: „Die Festtage waren sehr gelungen. Wir hatten die Upload Coverband am Samstag hier und ebenso die ‚Jungen Trompeter’. Die Resonanz war toll und es freut uns vor allem, dass so viele aus Merzenich den Weg über die Brücke gefunden haben.“

(tj)
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