Merzenich: Merzenich: Tiefer Riss in der CDU-Riege

Merzenich: Merzenich: Tiefer Riss in der CDU-Riege

Schon seit längerem gibt es Auseinandersetzungen innerhalb der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Merzenich. Nach der Abspaltung der „Bürger für Merzenich” droht jetzt die Ratsriege der Christdemokraten in zwei verfeindete Lager zu zerfallen.

Der vor kurzem erst bestätigte Fraktionsvorsitzende Johann Büttgen hat in der Fraktionssitzung am Montag seinen Rücktritt erklärt. Sieben Christdemokraten schlossen sich ihm an, als er unter Protest die Sitzung verließ. Die übrigen sechs Fraktionsmitglieder um den CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Bernd Ohlemeyer tagten weiter.

Unerwartete Niederlage

Büttgen erklärte am Mittwoch gegenüber den „DN”, das unerwartete Ergebnis bei der Wahl der stellvertrenden Bürgermeister in der konstituierenden Sitzung des Rates habe „das Fass zum Überlaufen” gebracht. Die CDU-Ratsdame Renate Schwarz sollte den ersten Vize-Posten bekommen, unterlag aber dem SPD-Ratsherren Rodja Rittlewski mit 11 zu 14 Stimmen, obwohl die CDU (den Bürgermeister eingeschlossen) über 15 Stimmen verfügt.

Johann Büttgen erklärte in der Fraktionssitzung, eine weitere Zusammenarbeit sei unter denn gegebenen Umständen nicht mehr möglich. Bernd Ohlemeyer hält den Eklat in der Fraktionssitzung für „inszeniert”, wie er am Mittwoch erklärte. „Wie auf Knopfdruck sprangen die sieben Ratsmitglieder auf Büttgens Seite auf, als dieser den Raum verließ. Es war fast so wie im Millowitsch-Theater.”

Zwei CDU-Fraktionen?

Wenn die beiden Lager sich nicht wieder zusammenraufen, gäbe es in Merzenich womöglich zwei CDU-Fraktionen, denn niemand aus der „Achter-Gruppe” will die Partei verlassen. Inzwischen ist auch der CDU-Kreisvorstand mit der Sache befasst. Hinter den Kulissen wird fieberhaft versucht, möglichst eine „Wiedervereinigung” zu erreichen. Insider halten es aber für wenig wahrscheinlich, dass der tiefe Riss durch die Fraktion wieder gekittet werden könnte.

Gespräch mit Bürgermeister

Die Entscheidung könnte heute Nachmittag fallen, wenn die Streithähne mit Bürgermeister Peter Harzheim zusammen kommen, um ein klärendes Gespräch zu führen. Harzheim nannte den Eklat in der Fraktionssitzung (an der er nicht teilgenommen hat) „sehr bedauerlich”, wollte zu der Angelegenheit aber zunächst nicht weiter Stellung beziehen: „Ich warte das Gespräch vor der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag ab.”

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