Düren: Mehr Mitsprache: Jugendamtselternbeirat gegründet

Düren: Mehr Mitsprache: Jugendamtselternbeirat gegründet

„Die Eltern bekommen eine weitere Mitsprachemöglichkeit. Und je mehr unterschiedliche Sichtweisen es gibt, je mehr Ideen und Anregungen eingebracht werden, umso besser.” Manfred Savelsberg, Leiter des Jugendamtes der Stadt Düren, ist froh, dass sich in Düren ein so genannter Jugendamtselternbeirat, kurz Jaeb, gegründet hat.

Immerhin 25 von 48 Kindertagesstätten in Düren haben Delegierte zur Jaeb-Gründungsversammlung geschickt, Yvonne Quooß und Claudia Latotzki sind die beiden Vorsitzenden des Jugendamtselternbeirates. „Die ersten Schritte sind getan”, so Quooß, „jetzt gilt es, das neue Gremium mit Leben zu füllen.”

Das am 1. August 2011 in Kraft getretene erste KiBiz-Änderungsgesetz sieht die Gründung eines Jugendamtselternbeirates vor. „Die Stadt”, so Manfred Savelsberg, „ist verpflichtet, gemeinsam mit den Eltern dieses Gremium ins Leben zu rufen. Aber wir freuen uns auf die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.”

Der Jaeb will die Belange aller Kindertagesstätten im Blick haben, will sich mit Themen befassen, die in allen Kindergärten von Interesse sind. Claudia Latotzki, stellvertretende Jaeb-Vorsitzende: „Themen sind zum Beispiel die Sprachförderung in den Kitas oder der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule.”

Auch die gemeinsame Betreuung von behinderten und nicht-behinderten Jungen und Mädchen ist ein wichtiges Thema. Claudia Latotzki: „Nicht alle behinderten Kinder müssen eine Förderschule besuchen. Es muss aber so sein, dass sie in ihren Kindertagesstätten optimal auf den Besuch einer Regelschule vorbereitet werden.”

Die beiden Jaeb-Vorsitzenden glauben, dass der Bedarf eines Kita-übergreifenden Gremiums durchaus da ist. Latotzki: „Das sieht man auch daran, dass über die Hälfte der Kindergärten in Düren vertreten waren.”

Das war in anderen Städten durchaus anders. Bürgermeister Paul Larue: „Laut Gesetz ist sogar nur eine Quote von 15 Prozent aller Kindergärten in einer Kommune ausreichend, um einen Jugendamtselternbeirat zu gründen. Umso besser, dass wir in Düren immerhin eine Quote von 51 Prozent haben.”

In einer nächsten Sitzung des Jaeb sollen die ersten Arbeitskreises des jungen Gremiums gebildet werden. Mitarbeiten können übrigens nicht nur Eltern, sondern auch Fachleute, die sich einbringen möchte. „Also zum Beispiel Lehrer von Förderschulen”, so Claudia Latotzki, „die Anregungen geben können, wie behinderte Kinder am besten auf die Regelgrundschule vorbereitet werden können.”

Die Jugendamtselternbeiräte sind auch auf Landesebene organisiert. „Und je mehr Eltern mitmachen, desto mehr Gewicht bekommt ihre Arbeit”, so Manfred Savelsberg. „Und dann können sie vielleicht sogar politisch etwas bewegen.

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