Angemerkt zur Katholischen Kirche: Mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Angemerkt zur Katholischen Kirche : Mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen

„Der GdG-Rat stellt sich an die Seite der Opfer von sexuellem und geistlichem Missbrauch und fordert Unterstützung für die Betroffenen und unterstützt ausdrücklich die Maßgabe der katholischen Kirche, die bei einem Vorfall das Einschalten Justiz anordnet.“

Diese wörtlichen Forderungen aus dem Verhaltenskodex, den sich die Pfarre St. Lukas vor wenigen Tagen selbst auferlegt hat, um auf die Themen sexueller Missbrauch, Machtstrukturen und die Rolle der Frau in der Kirche, gut vorbereitet zu sein, klingt absolut selbstverständlich, fast schon banal. Dass sie das nicht sind, haben die schlimmen Vorfälle innerhalb der katholischen Kirche mehr als deutlich gezeigt.

Ganz sicher ist die Pfarre St. Lukas in der Auseinandersetzung mit diesen Themen auch schon sehr weit. Das liegt ohne Zweifel an der geistlichen Leitung, die sich nicht verschließt, auch unangenehme Dinge anzusprechen. Das liegt aber auch an den vielen engagierten Laien, die sich einbringen. Und ja: In einer großen Innenstadtpfarre ist es sicherlich leichter, die Gläubigen für neue Machtstrukturen zu sensibilisieren, die Rolle der Frau zu stärken und auch das Thema sexueller Missbrauch zu enttabuisieren.

Das darf im Umkehrschluss aber nicht bedeuten, dass sich kleine (Land-)Pfarren diesen schwierigen Themen nicht stellen müssen. Denn so ein Verhaltenskodex, wie ihn sich St. Lukas auferlegt hat, hilft nicht nur ganz konkret, Dinge zu verbessern und Bewusstsein zu schaffen. Er ist auch ein wichtiger Schritt für mehr Glaubwürdigkeit, mehr Vertrauen. Beides braucht die katholische Kirche dringend. Auch und gerade in den Gemeinden vor Ort.