Zerkall: Mehr als 500 Kilometer Mountainbikerouten freigegeben

Zerkall : Mehr als 500 Kilometer Mountainbikerouten freigegeben

„Das ist eine sagenhafte Geschichte“, freute sich Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) am Nationalparkinfopunkt in Zerkall. Mit Bürgermeistern der umliegenden Kommunen, Vertretern der Bezirksregierung sowie mit Manfred Poth, dem Allgemeinen Vertreter des Landrates des Kreises Euskirchen, gab er am Samstagmittag mehr als 500 Kilometer Mountainbikerouten frei.

Das neue Fahrradnetz erstreckt sich vom Meroder Wald im Norden bis hinunter nach Dollendorf an der Grenze zu Rheinland Pfalz.

Die 20 neuen Rundkurs-Routen sind von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und dementsprechend farbig unterschiedlich gekennzeichnet. Sie führen an Seen, durch schmale Bachtäler und an herrlichen Ausblicken vorbei. Der Sportverein (BSV) „Profil Hürtgenwald“ bot zur Eröffnung ein Schnuppertraining an. Begleitete Technikfahrten für Erwachsene, aber auch für Kinder im Kindergartenalter und ein Fahrradparcours lockten Interessenten an.

Axel Buch (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, lobte: „Die Eifel ist inzwischen eine große gelebte Familie.“ Zerkall sei ein geeigneter Ort, um dort den Startschuss für ein solches Projekt abzufeuern. Buch: „Hier endet der Wildnistrail, hier enden die Kanutouren auf der Rur, es beginnen in Zerkall aber auch Wander- und nun auch Montainbike-Touren.“

Wolfgang Spelthahn zeichnete den „langen, dornenreichen, aber auch sehr lohnenswerten Weg“, den das Projekt genommen hat, noch einmal nach. Vor fünf Jahren schlug Düren den Weg zum fahrradfreundlichen Kreis ein. In Kooperation mit dem Kreis Euskirchen, ebenfalls als fahrradfreundlicher Kreis zertifiziert, entdeckten die Verantwortlichen das touristische Potenzial des Mountainbike-Fahrens. Der Ansturm, den der Mountainbike-Park in Simonskall erlebt, feuerte die Verantwortlichen an.

Spelthahn stellte fest: „Nicht jeder möchte sich wie die Mountainbiker in Simonskall tollkühn den Berg hinunterstürzen, stattdessen möchten junge Menschen zunehmend auf grobstolligen Reifen die Natur erleben.“ 770.000 Euro kostete die Einrichtung des Wegenetzes, 490.000 Euro flossen an Fördergeldern.

In Zeiten, in denen es auf der Bank keine Zinsen gebe, sei eine derartige Investition dagegen zinslastig. Denn neue Besuchergruppen, vornehmlich junge Leute, würden damit in die Eifel gelockt. Zudem handele es sich beim Mountainbikefahren nicht um einen flüchtigen Trend. Spelthahn: „Neue Fabriken, die die Bikes produzieren, sind an vielen Orten in Planung.“

Bisher sei die Eifel als Wandergebiet und als kulinarisch interessante Region bekannt geworden, nun komme das attraktive Zweiradangebot hinzu. Private Unternehmen bieten geführte Touren an. Lasse ein Tourist derzeit in der Eifel pro Tag 28,74 Euro, hoffen die Verantwortlichen, diese Summe auf über 30 Euro zu steigern. Spelthahn: „Der Tag der Eröffnung der neuen Routen ist wirklich ein historischer Tag.“

Die Belange von Reitern, Wanderern, Waldbesitzern, Landwirten und Jägern mussten berücksichtigt und unter einen Hut werden. Die neuen Mountainbike-Routen führen in erster Linie über Wirtschaftswege, die bereits vorhanden waren.

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