Masterplan für Düren-Birkesdorf sieht 40 Einzelprojekte vor

Masterplan liegt vor : Birkesdorfer „Umbau“ kostet 23 Millionen

Nach fast vierjähriger Planung und Vorbereitung, zahlreichen Abstimmungsgesprächen und Bürgerbeteiligungen liegt nun der Entwurf für einen Masterplan Birkesdorf vor.

Das knapp 200 Seiten starke „Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept“ (ISEK), das mit Unterstützung gleich mehrerer externer Fachbüros erstellt wurde, enthält neben einer Bestandsaufnahme, daraus abgeleiteten Zielsetzungen und Handlungsfeldern ein Füllhorn von rund 40 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 23 Millionen Euro, „für ein junges und modernes Birkesdorf“, wie es im ISEK-Titel heißt. Dabei erhofft sich die Stadt Millionenzuschüsse aus Mitteln der Städtebauförderung und anderen Fördertöpfen.

Welche Einzelmaßnahmen am Ende Bestandteil des Gesamtantrags bei der Bezirksregierung Köln sein werden und welche vielleicht noch zurückgestellt werden, sei noch offen, betont Marcus Steffens, Leiters des Amtes für Standentwicklung, und müsse auch noch mit den politischen Gremien diskutiert werden.

Im nach der Innenstadt größten Dürener Stadtteil leben mehr als 8000 Einwohner, die von der Nähe zur A4 profitieren und die guten Einkaufs-, Versorgungs- und Freizeitangebote nutzen. Größtes Problem für die Entwicklung ist die hohe Verkehrsbelastung auf den Hauptdurchgangsstraßen, der Nord- und der Zollhausstraße, die beide auch noch unter zunehmenden Leerstand im Bereich der Ladenlokale und dem schlechten Zustand einzelner Wohnhäuser leiden.

Der Festplatz wie auch der angrenzende Sportpark soll umgestaltet ... Foto: ZVA/Jörg Abels

Kein Wunder, dass die städtebauliche und verkehrstechnische Umgestaltung der beiden Durchfahrtsstraßen in einer Größenordnung von mehr als 3,2 Millionen Euro eines der zentralen Masterplan-Projekte in Birkesdorf werden soll. Vor allem soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden, die trennende Wirkung der Straßen soll verschwinden, die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden. Dazu sollen einzelne Plätze entstehen, der zentrale vor der Kirche St. Peter.

Allein für die neue Mitte des Stadtteils will die Stadt rund 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, weitere 650.000 Euro sollen in die Neugestaltung des Isolaplatzes fließen, ein Kreisverkehr ist inklusive. Weitere Bestandteile des Masterplans im Bereich Verkehr sind ein Nahmobilitätskonzept inklusive sicherem Schulweg und Begrünung der Straßen sowie ein Parkraumkonzept für den gesamten Stadtteil, wobei die damit verbundenen Kosten noch nicht beziffert werden können.

...und der Josef-Vosen-Park entlang der Rur mit Erlebnisbereichen aufgewertet werden. Foto: ZVA/Jörg Abels

Darüber hinaus sind vier Quartiersplätze geplant, die für eine stärkere Identifikation der Birkesdorfer mit ihrem Wohnumfeld sorgen sollen: an der Eintrachtstraße, in den Bereichen Behringstraße/Akazienstraße, Akazienstraße/Buchenstraße sowie an der Winand-Dammers-Straße. Zur Förderung privater Investitionen soll wie bereits an anderen Stellen im Stadtgebiet ein Hof- und Fassadenprogramm aufgelegt werden mit einem Volumen von einer Million Euro, verteilt auf zehn Jahre. Damit soll die Sanierung und städtebauliche Aufwertung von Gebäuden in prominenter Lage, aber auch des gesamten Stadtteilbildes bezuschusst werden. Hilfestellung soll den Hausbesitzern dabei ein Stadtteilarchitekt geben.

Zwei weitere Großprojekte sind die Umgestaltung des Sportparks Birkesdorf inklusive des angrenzenden Festplatzes, für die rund drei Millionen Euro veranschlagt werden, die Gestaltung eines naturnahen Grünzuges auf der ehemaligen Kreisbahntrasse am Übergang zu Nord-Düren für insgesamt mehr als 4,1 Millionen Euro, eine Überarbeitung des Josef-Vosen-Parks mit Erlebnisbereichen an der Rur und am Mühlenteich für knapp eine Million Euro, wobei auch die übrigen Spiel- und Bolzplätze nicht vergessen werden sollen. Dafür ist eine weitere Million vorgesehen. Gefördert werden soll im Rahmen des ISEK zudem das soziale Miteinander, beispielswiese unter dem Gesichtspunkt der Erweiterung bestehender Einrichtungen. Auch über die Zukunft der Festhalle soll einmal nachgedacht werden.

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