Nideggen: Margit Göckemeyer wird neue Bürgermeisterin in Nideggen

Nideggen : Margit Göckemeyer wird neue Bürgermeisterin in Nideggen

Als das Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Nideggen dann endlich vorlag, sah es gar nicht mehr so knapp aus. Bis 20 Uhr hatten sich Amtsinhaber Willi Hönscheid und Herausforderin Margit Göckemeyer ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

Als dann gegen 20.05 Uhr zur Überraschung der rund 150 Bürger, die das Wahlgeschehen in der Nideggener Bürgerbegegnungsstätte hautnah mitverfolgten, Wahlleiter Dieter Weber vor das Mikrofon trat, war es plötzlich gelaufen: 33,9 Prozent der Stimmen hatte Margit Göckemeyer geholt.

Den spontanen Jubel gab es sinniger Weise erst, als das Ergebnis für Amtsinhaber Willi Hönscheid bekannt wurde: 24,9 Prozent. Damit war klar, dass Nideggen künftig erstmals von einer Bürgermeisterin regiert werden wird. Und die durfte erst mal fleißig Hände schütteln. „Ich kenn da ein schnuckeliges, kleines Häuschen, das in Nideggen zu vermieten ist”, flüsterte ihr einer der Gratulanten fast im Vorbeigehen zu, und Margit Göckemeyer lächelte.

Klar, sie muss jetzt von Leverkusen nach Nideggen umziehen und vorher noch ihren Job bei der Stadt Solingen kündigen. Die Freude war der 53-Jährigen anzusehen. Seit Dezember hat sie in Nideggen Wahlkampf gemacht, und es sah nicht wirklich immer danach aus, als ob sie zum Schluss auch als Erste die Ziellinie durchqueren wird.

Dass sie nicht nur den Amtsinhaber geschlagen hat, sondern auch noch den CDU-Konkurrenten Walter Obladen in der einstigen CDU-Bastion auf den letzten Platz verwiesen hat, ist fast schon eine kleine Sensation.

„Ich bin erleichtert, dass es so gut gelaufen ist”, so Frau Göckemeyer, die nach eigenem Bekunden gerade in den letzten Wochen „sehr viel positives Feedback” erhalten habe. „Ich habe in Nideggen viele tolle Menschen kennengelernt. Jetzt fängt die Arbeit für mich richtig an, aber ich freue mich darauf”, so die strahlende neue Bürgermeisterin.

Den Weg ins Nideggener Rathaus fand neben ihr übrigens nur noch CDU-Kandidat Walter Obladen. „Der Bürger hat so entschieden. Ich wünsche Frau Göckemeyer alles gute”, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende, der mit seinem Abschneiden - er holte gerade Mal 19,5 Prozent - alles andere als Zufrieden sein kann.

Rolf Rheinbach und Bürgermeister Willi Hönscheid ließen sich im Rathaussaal erst gar nicht blicken, was der Feier von Grünen, SPD und Unabhängigen allerdings keinen Abbruch tat. Wenig zu feiern hatte hingegen die CDU: Mieses Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl, Minus 20 Prozent bei der Ratswahl.