Marc Klejbor: Vortrag über Unternehmenserfolg

Vortrag von Unternehmer Marc Klejbor : „Jeder Chef darf Menschenentwickler sein“

Wer den deutschlandweiten Titel „Unternehmer des Jahres 2009“ trägt und 2010 für das beste mittelständische Unternehmen bis 500 Mitarbeiter ausgezeichnet worden ist, der darf sich vor Dutzende Kreisdürener Firmenchefs stellen und ihnen erklären, wie man erfolgreich wird.

Marc Klejbor tut das als Referent, so zum Neujahrsempfang des Dürener Unternehmernetzwerkes. Der Langerweher Unternehmer, 47, Inhaber der zum 1. Januar geschlossenen Discothek „Klejbors“ in Eschweiler und heutiger Berater und Coach, sagte offen, dass er jahrelang ein Karrieremensch war, den man sich als Chef nicht wünscht: ein „Arschloch, das etliche Mitarbeiter verheizt hat“.

Sein Wandel habe eingesetzt, als er begriffen habe, dass er sich nicht um seine Mitarbeiter kümmerte, nicht erkannte, wenn jemand krank war – und dass er nicht wusste, wer seine Mitarbeiter überhaupt waren. Die persönliche Komponente spielte für ihn keine Rolle. Ein großer Fehler, wie er sich eingestehen musste. Um den anwesenden Unternehmern klarzumachen, was er meinte, malte er Kreise wie das Innere einer Zwiebel. Jeder Kreis stand für eine bestimmte Gruppe von Menschen, je näher am Zentrum, desto besser das Verhältnis zu ihnen. Er fragte in die Runde: „In welchen Kreis würden Sie Ihre Mitarbeiter setzen? Wenn sie außen stehen, müssen sie etwas ändern.“

„Um Problem kümmern“

In seinen Augen „darf jeder Chef ein Menschenentwickler sein und seine Mitarbeiter persönlich kennen und sich um ihre Probleme kümmern“. Dabei sei die Größe des Unternehmens egal, jeder arbeite sowieso nur mit sieben bis zehn Personen eng zusammen.

„In Maschinen zu investieren, ist absolut verständlich, aber investieren Sie genau so gut in Ihre Mitarbeiter. Denn die bedienen die Maschinen schließen“, betonte Klejbor. „Allein wegen der Lage auf dem platten Land hätten wir mit der Disco wirtschaftlich eigentlich nicht erfolgreich sein können. Wir waren es aber dank der Motivation unserer Mitarbeiter – wir haben 16 Monatsgehälter gezahlt.“ Eine seiner Devisen lautet, am Unternehmen zu arbeiten, nicht nur im. So seien die Krankentage pro Angestellten von 15 in 2006 auf rund vier ab 2010 gesunken.

Es gibt viele Gründe, warum Klej-bors Firma in 20 Jahren so erfolgreich wurde mit zuletzt 80 Mitarbeitern. Aus Sicht eines Chefs betont er: „Verkörpern Sie, was Sie auch sind. Die Zeiten sind vorbei, in denen man als Chef etwas nach außen propagiert, was man innen nicht ist.“ Ebenso solle jeder die emotionalen Bedürfnisse wie Sicherheit und Anerkennung von Angestellten nicht durch die eigene Brille sehen. Der Mitarbeiter stehe im Fokus. „Das ist wichtig, denn wir sind erst am Anfang des Fachkräftemangels.“

(cro)
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