Aachener Landgericht: Mann wegen Misshandlung und Vergewaltigung angeklagt

Aachener Landgericht: Mann wegen Misshandlung und Vergewaltigung angeklagt

Nicht nur einen, sogar einige Haftbefehle hatte Björn M. (29) offen, als er am 17. Oktober 2017 nach dem Klau eines teuren Mountainbikes von der Polizei in Düren geschnappt wurde. Seit Freitag nun muss er sich wegen zwei dieser Anklagen, darunter auch der Fahrradklau, vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht verantworten.

Die zwei Anklageschriften werfen dem arbeitslosen Dürener zum einen zwölf Einbrüche in einen Sportverein, in die Büros von Firmen oder Geschäfte sowie in eine Schule vor. Hier habe der Einbrecher dann Spinde aufgehebelt oder andere Personalräume durchsucht und von dort zahlreiches Diebesgut mitgenommen. So soll er in einem Fleischhandel einen Getränkeautomaten aufgebrochen und das Bargeld mitgenommen haben, an anderen Stellen erbeutete er EC- und Kreditkarten, mit denen er es schaffte, an den Folgetagen regelmäßig Geld an den Bankautomaten abzuholen.

In der Schule fand er sogar Bargeld und einen Personalausweis, den er mitgehen ließ, selbst hier war eine EC-Karte zu finden. Bei einer größeren Firma ging er in die Personalräume und hebelte zahlreiche Spinde auf, Beute wieder EC-Karten, Bargeld und ein Goldring. Doch in der zuerst vor Richter Hans Günter Görgen, dem Vorsitzenden der Kammer, verlesenen Anklage geht es um die Misshandlung von zwei seiner mutmaßlichen Freundinnen, zu denen sich der Angeklagte bislang nicht äußerte.

Kopf gegen Waschbecken geschlagen

So soll er einer der jungen Frauen zunächst Backpfeifen zugefügt haben, sodann habe er das Opfer mit dem Kopf gegen ein Waschbecken geschlagen, so stark, das die junge Frau blutete. Noch übler aber ging es einer weiteren Gefährtin des mutmaßlichen Einbrechers, sie ist Nebenklägerin in dem Verfahren.

Auch sie soll der 29-Jährige, stark drogenabhängige Angeklagte mehrfach ins Gesicht geschlagen haben, sogar einen Mittel- und einen kleinen Finger habe er ihr aus anscheinend unkontrollierbarer Wut heraus gebrochen.

Er tat dies trotz eines vom Dürener Amtsgericht verfügten Näherungsverbot. Doch das stachelte ihn anscheinend nur dazu an, ihr aufzulauern und sie in ihrer eigenen Wohnung rund neun Tage lang einzusperren. In dieser Zeit habe er sie brutal misshandelt und zu einer Gelegenheit sogar zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Erst am 9. Oktober gelang der Frau die Flucht aus ihrer Wohnung. So ist ebenfalls Vergewaltigung und schwere gefährliche Körperverletzung angeklagt. Der Prozess wir am 5. Oktober fortgesetzt.