Prozess am Aachener Landgericht : Mann soll Ehefrau und Bruder vergewaltigt haben

Prozess am Aachener Landgericht : Mann soll Ehefrau und Bruder vergewaltigt haben

Dirk K. (37) aus Kreuzau wird die Vergewaltigung seiner behinderten Ehefrau und seines ebenfalls behinderten jüngeren Bruders zur Last gelegt. Derzeit läuft der Prozess vor der 6. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts.

Im Gegensatz zum gleichfalls behinderten Dirk K., der sich bisher zu den Vorwürfen nicht geäußert hat, sagte sein jüngerer Bruder am Dienstag aus.

Er war mit seinem Betreuer aus einer Klinik im Siegerland als Zeuge angereist und stellte sich der Befragung zunächst durch den Vorsitzenden der Strafkammer am Aachener Landgericht, Richter Matthias Quarch.

Der Vorsitzende hatte den 36-Jährigen genauestens belehrt, dass er als Zeuge gegen seinen Bruder nicht aussagen müsse. Der Geschädigte wollte das aber, der ältere Bruder „soll seine gerechte Strafe bekommen“, hatte der seit langen Jahren in Behandlung befindliche Bruder auf die Frage geäußert, warum er eine Anzeige gemacht habe.

Es scheint sich in diesem Fall insgesamt um eine Familientragödie zu handeln. Denn der bereits vorbestrafte Angeklagte soll laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Juni 2016 seine behinderte Ehefrau, die an einen Rollstuhl gefesselt ist, in der gemeinsamen Wohnung vergewaltigt haben, sie zeigte den Ehemann danach an.

In der Wohnung des Ehepaares

Im Umfeld dieser Tat kam sodann ans Licht, dass der Angeklagte bereits im Jahr 2013 den ein Jahr jüngeren Bruder, der zu Besuch nach Kreuzau gekommen war, in der Wohnung des Ehepaares vergewaltigt hatte.

Er habe große Angst vor dem Bruder gehabt, berichtete am Dienstag das mutmaßliche Opfer vor Gericht. Der habe ihn des Öfteren geschlagen und bedroht. Er selber habe jedoch emotional an seiner Schwägerin gehangen, „mit der habe ich mich sehr gut verstanden“, berichtete er Richter Quarch auf die Frage, warum er in die Wohnung des Bruders gegangen sei. Es sei sogar nach dem ersten Vorfall zwei Wochen später nochmals zu einer Wiederholung der Tat bekommen, schilderte er die Vorfälle.

Aufgrund dessen habe er sich immer wieder psychisch behandeln lassen müssen, der Zeuge kam in psychiatrische Kliniken und wollte sich mehrfach das Leben nehmen.

Ob die Aussage konsistent und schlüssig ist, wird im Verfahren von eine psychologischen Gutachterin begutachtet werden.

Das Verfahren wird in der kommenden Woche vor der Strafkammer fortgesetzt.

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