Maikundgebung in Düren unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig“

DGB-Kundgebung am 1. Mai in Düren : „Europa. Jetzt aber richtig“, fordern Gewerkschafter

Ganz im Zeichen der Europawahl am 26. Mai stehen die traditionellen Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am 1. Mai. Auch in Düren rufen der DGB-Kreisverband und seine Mitgliedsgewerkschaften für den kommenden Mittwoch unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“ ab 10 Uhr zum Demonstrationszug (Treffpunkt: Kuhgasse) mit anschließender Kundgebung auf dem Ahrweilerplatz auf – für ein „solidarisches und gerechtes Europa“.

„Wir Gewerkschafter haben uns schon immer für ein geeintes Europa eingesetzt“, unterstreicht Ralf Woelk. Allerdings stünde heute vor allem der freie Waren- und Geldverkehr im Mittelpunkt, nicht der Mensch, mahnt der Geschäftsführer der DGB-Region NRW Süd-West. Deshalb fordert der DGB unter anderem einen fairen Arbeitsmarkt, wie Woelk und der DGB-Kreisvorsitzende Ludger Bentlage betonen – mit einer europaweiten Stärkung der Tarifbindung, armutsfesten Mindestlöhnen in jedem EU-Mitgliedsstaat, Regeln für angemessene Mindesteinkommen und Standards bei der Arbeitslosenversicherung.

„Darüber hinaus fordern wir eine EU-Gleichstellungsoffensive“, erklärt Woelk, „mit konkreten Maßnahmen zur Förderung von Frauen und Investitionen in die Daseinsvorsorge.“ Es dürfe nicht länger nur in Straßen investiert werden, vielmehr müssten bezahlbarer Wohnraum, der Ausbau des ÖPNV und die Bildungsinfrastruktur stärker in den Fokus rücken.

„Die EU wird immer auch als größtes Friedensprojekt in der Geschichte angesehen“, betont Bentlage. „Was wir heute aber erleben, ist, dass immer mehr ins Militär investiert wird“, spielt der DGB-Kreisvorsitzende auf die NATO-Forderung an, die Rüstungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Das lehnt der DGB ab und fordert, dass die EU mehr investieren solle, um den Frieden in anderen Regionen der Welt zu sichern. Auch die Rüstungsexporte werden kritisch hinterfragt.

Mit dem Demonstrationszug und der Kundgebung am 1. Mai verfolgen die Gewerkschafter aber auch noch ein weiteres Ziel: Sie wollen dafür sensibilisieren, dass die Entscheidungen der EU in Straßburg und Brüssel das Leben jedes Einzelnen maßgeblich beeinflussen – beispielsweise mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren bei der Handy-Nutzung im Ausland, der Anerkennung von Berufsabschlüssen und einem 14-tägigen Widerrufs- und Rückgaberecht im europaweiten Online-Handel.

Neben Bentlage wird der Bezirksjugendsekretär Eric Schley bei der Kundgebung auf dem Dürener Ahrweilerplatz sprechen. Wer will, kann zudem mit der Teilnahme an einer Fotoaktion dokumentieren, dass er für ein solidarisches Europa eintritt.

Im Übrigen appellieren die Gewerkschafter an die Bürger, am 26. Mai ihre Stimme den Parteien zu geben, „die sich für eine Stärkung der EU aussprechen“, betont Ralf Woelk, und nicht Rechtspopulisten wie der AfD, die die EU am liebsten abschaffen wollten.

(ja)
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