Mahnwachen zur Reichspogromnacht in Düren

Reichspogromnacht vor 81 Jahren : Mahnwachen in der gesamten Stadt

Synagogen wurden angezündet, Geschäfte und Wohnungen geplündert, Juden wurden in Konzentrationslager deportiert: In Düren wurde am Samstag an die Gräueltaten in der Reichspogromnacht erinnert.

Die Dürener Synagoge wurde in Brand gesteckt, Läden und Wohnungen jüdischer Mitbürger geplündert und zerstört. 26 jüdische Männer wurden von den Nationalsozialisten in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen deportiert.

Feuerwehr und Polizei hatten zuvor den Befehl der Geheimen Staatspolizei erhalten, sich nicht in die Aktionen der NSDAP einzumischen. „Die Reichspogromnacht war ein Kulturbruch, ein zivilisatorischer Tiefpunkt“, erinnerte Dr. Achim Jaeger, Geschichtslehrer am Stiftischen Gymnasium, am Samstagabend an die Gräueltaten der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die sich im gesamten damaligen Deutschen Reich ereigneten.

Auf Anregung der Dürener „Pax Christi“-Gruppe finden seit 1992 immer am 9. November an den zehn vom Künstler Ulrich Rückriem geschaffenen Stelen gemeinsame Andachten unter dem Motto „Erinnern – Wachbleiben“ statt. Die Stelen stehen im Stadtgebiet an historisch bedeutenden Orten, die eng mit den zwölf Jahren Unrechtsherrschaft der Nationalsozialisten verbunden sind.

Eine Stele steht am Amtsgericht – als Sinnbild für die staatliche Terrorherrschaft. Dort gedachten Schüler des Stiftischen Gymnasiums der Geschehnisse der Reichpogromnacht in Düren und anderen Städten und griffen Einzelschicksale aus der Menge der Opfer heraus. Schülerinnen der Bischöflichen St.-Angela-Schule riefen aktuelle Übergriffe und Attentate mit antisemitischem Hintergrund in Erinnerung. Sie setzten ein Zeichen gegen Antisemitismus und Gewalt.

„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“, forderte Achim Jäger alle Demokraten auf, Zivilcourage zu zeigen und Rückgrat zu haben und immer dann einzugreifen, wenn Schwächere angegriffen werden.

(sj)
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