Oper im Haus der Stadt: Macbeth: Bunt, stimmgewaltig und manchmal etwas zu laut

Oper im Haus der Stadt : Macbeth: Bunt, stimmgewaltig und manchmal etwas zu laut

Die Moldawische Nationaloper gastiert mit Verdis „Macbeth“ im Haus der Stadt und präsentiert eine pompöse Inszenierung von Shakespeares Stoff voller Prophezeiungen und Hexenwerk.

„Jung, feurig, durchsetzungsstark“, so beschreibt Monika Rothmaier-Szudy den jungen Giuseppe Verdi zu dem Zeitpunkt, als er – nach Shakespears Vorlage – die Oper „Macbeth“ geschrieben hat. Als künstlerische Leitung des Hauses der Stadt führt Rothmaier-Szudy vorab in manche Veranstaltungen ein. So auch in „Macbeth“, inszeniert von der Moldawischen Nationaloper.

Verdi, damals 33-jährig, habe schon einige Schicksalsschläge zu verdauen gehabt, so den Tod der Frau und der beiden Kinder. Als der Auftrag zum Komponieren der Oper gekommen sei, habe er sich gerade wieder im Aufwind befunden. Streng hielt Verdi sich an Shakespeare, der den Stoff an ein damaliges Ereignis anlehnte: Ein Putschversuch in London durch einen katholischen Offizier, der aber vereitelt wurde. Prophezeiungen waren damals schwer angesagt, Hexenwerk war eine gefragte literarische Zugabe und so fand beides auch Platz in „Macbeth“.

Atemlose Stille im Haus der Stadt, als der Gesang im schottischen Wald auf der Bühne einsetzt. Von einer Schlacht zurückgekehrt, schmieden die Feldherren unheimliche Pläne. Besonders Macbeth ist tonangebend, im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht minder präsent ist Lady Macbeth. Sie singt sich stimmgewaltig durch die Geschichte der Ränkeschmiedin und heimlichen Strippenzieherin. Mal in unschuldiges Weiß und mal in blutiges Rot gewandet, bestimmt sie zu einem nicht unerheblichen Teil die Geschichte um den Fluch der Tat.

Die Oper wird auf italienisch gesungen. Damit auch die Zuschauer, die nicht so fit in italienisch sind, die Geschichte dennoch verfolgen können, wird die deutsche Übersetzung – Satz für Satz – auf einer Tafel oberhalb der Bühne eingeblendet. Die Inszenierung der Staatsoper Moldawiens ist bunt, pompös und laut. Manchmal vielleicht ein bisschen zu laut.

(wey)
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