LVR-Klinik in Düren ist wieder Drehort mit zwei großen Schauspielern

Spektakuläre Verfolgung durch Birkesdorf : Maria Adorf und Tilo Prückner beeindrucken

Kaum hatten Jan Josef Liefers und Axel Prahl das Gelände nach dem Tatort-Dreh für ihren Münster-Krimi verlassen, erschienen zwei weitere Stars in der LVR-Klinik Düren.

Mario Adorf, der zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen gehört und durch seine Rollen unter anderem in Karl-May-Filmen, in der „Blechtrommel“, „Kir Royal“, und „Karl Marx“ berühmt wurde, erwies vom ersten Tag an trotz seines hohen Alters (88) hohe Präsenz.

Sein Film-Partner Tilo Prückner ist vielen durch „Der Alte“, „Kommissarin Lucas“, „Donna Leon“-Verfilmungen sowie zahlreiche andere Filme und Serien vertraut. Der Drehort Düren wurde für den Film „Alte Bande“ gewählt – eine von „Elsani & Naery“ (Köln) produzierte ARD/WDR-Gaunerkömodie, die im Herbst 2019 ausgestrahlt wird: Boxer (Adorf), inoffizieller König der JVA, ist ein in die Jahre gekommener rheinischer Krimineller, der mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis gesessen hat. Er wird aus Altersgründen in den Seniorenknast verlegt und trifft dort auf seinen früheren Kumpan Wallberg (Prückner). Gemeinsam wagt die alte Bande noch einmal einen Ausbruch in die Freiheit, denn Boxer will unbedingt zu seiner großen Liebe zurück.

Über zehn Tage wurde im Haus 5 und der Tischlerei der LVR-Klinik gedreht, zudem gab es spektakuläre Verfolgungsfahrten durch Birkesdorf und eine dramatische Szene an dem großen Zufahrtstor, das von einem Pkw zur Fluchtermöglichung durch rasante Fahrt kurzum aufgebrochen wurde. Mario Adorf und Tilo Prückner entsprachen dem Wunsch nach einem Interview gerne und ließen sich dabei über den historischen Kontext des Drehorts informieren.

Thomas Hax-Schoppenhorst, in Sachen Kommunikation nicht gerade unerfahren, zeigte sich danach mächtig beeindruckt: „Ich war schon phasenweise sprachlos, mit welcher Klarheit und Eindringlichkeit unsere Gäste verschiedenste Themen angingen. Von der Psychiatrie im Nationalsozialismus bis zur Bedeutung Shakespeares und dem Wesen der Freundschaft war die Rede.“

Insgesamt, so bilanzierte Kurator Olaf Mehl, „verliefen die Dreharbeiten von kleinen Pannen abgesehen reibungslos, wenn auch die große Unterstützung unserer technischen Abteilung keinesfalls hätte fehlen dürfen!“ Zunächst kehrt jetzt Ruhe ein, bis dann Ende Februar Sequenzen für die zweite Staffel „Babylon Berlin“ in Düren gedreht werden.

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