Düren: Lüder Wohlenberg: Ein Arzt mit viel Sinn für Humor

Düren: Lüder Wohlenberg: Ein Arzt mit viel Sinn für Humor

„Lebenswege sind eben nicht planbar. Und manchmal kommt alles ganz anders.“ Lüder Wohlenberg wollte eigentlich Lehrer werden. Das jedenfalls stand in seinem Steckbrief in der Abiturzeitung hinter der Frage nach dem Berufswunsch. „Ich stamme aus einer Lehrerfamilie. Aber nach meinem Zivildienst im Krankenhaus habe ich mich dann entschieden, Medizin zu studieren. Und ich habe dieses Fach mit viel Herz und Leidenschaft gelernt.“

Lüder Wohlenberg ist Radiologe geworden, hat fünf Jahre im St.-Augustinus-Krankenhaus in Lendersdorf gearbeitet — und letztendlich doch den Arztkittel an den Nagel gehängt. Seit einigen Jahren tourt er als Kabarettist durch ganz Deutschland. „Kabarett war eigentlich immer mein Thema“, sagt Lüder Wohlenberg, „das hat sich schon zu Studienzeiten etabliert.“

Damals war der 51-Jährige mit Thilo Seibel unterwegs, als Duo „Seibel und Wohlenberg“ haben die beiden überwiegend politisches Kabarett gemacht. „Natürlich war es trotzdem ein gewagter Schritt irgendwann nur noch als Kabarettist zu arbeiten“, sagt Lüder Wohlenberg. „Und das muss man natürlich mit seiner Familie ganz genau abstimmen.“

Lüder Wohlenberg ist derzeit mit seinem dritten Soloprogramm unterwegs, rund 80 bis 100 Auftritte hat er im Jahr. „Natürlich sind gesundheitspolitische Themen immer noch einer meiner Schwerpunkte“, sagt Lüder Wohlenberg. „Es geht zum Beispiel um die Arbeitsbedingungen von Ärzten und Krankenschwestern, aber auch um Gesundheitspolitik.“

Manchmal, schmunzelt der „kabarettistische Mediziner“, komme es aber auch vor, dass er während einer Vorstellung in seinen beiden Berufen aktiv werden muss. „Es ist schon einmal passiert, dass während der Vorstellung ein Zuschauer zusammengeklappt ist und ich kurz als Arzt aktiv werden musste. Zumindest so lange bis der Kollege vor Ort war.“

In seiner Freizeit ist Lüder Wohlenberg leidenschaftlicher Fußballtrainer — der E-Junioren der Turn- und Fechtgemeinschaft (TFG) Nippes 1878. „Das ist für mich wirklich ein schöner Ausgleich, die Mannschaft mit meinem Co-Trainer zusammen zu betreuen. Das ist Teamarbeit, integrativ. Dafür fahre ich auch manchmal samstags morgens nach einer Freitagsvorstellung in aller Herrgottsfrühe zurück nach Köln, um beim Spiel dabei zu sein.“

Köln ist seit vielen Jahren Lüder Wohlenbergs Wahlheimat, hier hat er auch gewohnt, als er im Lendersdorfer Krankenhaus gearbeitet hat. „Ich wünsche mit, dass mir irgendwann einmal nachgesagt wird, dass ich ne kölsche Jung war. Obwohl ich in Hamburg geboren bin.“ Übrigens hat Wohlenberg immer noch Kontakte nach Düren — zu einigen der Kollegen von früher.

Mehr von Aachener Nachrichten