Düren: Lokalmatador Sven Rehbein bei „Rund um Düren”

Düren: Lokalmatador Sven Rehbein bei „Rund um Düren”

Gut möglich, dass Sie Sven Rehbein morgens kurz nach sieben irgendwo in der Voreifel begegnen. Sie erkennen ihn an sportlicher Kleidung, einem Helm und einem schnittigen Fahrrad. Rennmaschine ist der richtige Ausdruck. Sie erkennen Sven Rehbein aber auch daran, dass er ziemlich zügig unterwegs ist. Und längere Zeit.

Er fährt in einer Woche mehr als viele mit dem Auto - gut 500 Kilometer. Wenn er dann wieder daheim in Düren ankommt, duscht er und macht sich fertig für seinen eigentlichen Job als selbstständiger Finanzberater. Bis neun, zehn Uhr am Abend arbeitet er, danach ist der Tag so gut wie vorbei.

„Man muss schon positiv bekloppt sein”, sagt Rehbein. Er ist Sportler, durch und durch. Sonntag startet er bei „Rund um Düren”, einem der Straßen-Klassiker in Deutschland. Daran ist zu ermessen, dass Rehbein ein guter Fahrer ist, erst vergangenes Wochenende gewann er ein hochkarätiges Rennen in Mettmann. Ein so genanntes A/B-Rennen, bei dem nur Fahrer in den Sattel steigen dürfen, die auf einem bestimmten Niveau fahren.

„Rund um Düren” ist auch ein solches Rennen. Dass er aber dieses 130 Kilometer lange Rennen gewinnen könnte, weist Sven Rehbein weit von sich. Er fährt im „Team Düren”, einer Mannschaft, mit jungen Athleten, die aus der Region kommen. So ein bisschen ist er der Leitwolf: Er motiviert die jungen Fahrer, organisiert, schaut nach Sponsoren. Ohne die geht es nicht, wenn man Radsport auf dieser Ebene betreibt. Von April bis Oktober stehen jedes Wochenende Rennen an, überall in NRW, da kommen zig Kilometer zusammen. Das kostet Sprit. Klamotten kommen dazu, die Räder.

Und seit über dem Radsport der große Schatten des Dopens liegt, „wird es immer schwerer, Geldgeber zu finden”, sagt Sven Rehbein. Auch da braucht er einen langen Atem.

Dass ihm die Sache Spaß macht, ist aus vielen seiner Sätze zu hören. Aber eines steht fest: „Wenn meine Frau nicht hundertprozentig hinter mir stehen würde, ginge das alles nicht.” Schließlich ist es ein Hobby, das der Dürener betreibt. Dabei hatte er Angebote, für einen Profirennstall zu fahren. Aber da hätte er erst einmal für wenig Geld fahren müssen - mit einer ungewissen Perspektive. Sven Rehbein hat es vorgezogen, in der Versicherungs- und Finanzbranche Gas zu geben und schlägt nun zwei Fliegen mit einer Klappe. Wenn er morgens in der Eifel trainiert, „kann ich wunderbar Kraft tanken für den Tag, der noch kommt”. Er sagt durchaus glaubhaft, das sei wie Urlaub.

Was will er mehr.

„Rund um Düren” wird an diesem Sonntag aus organisatorischen Gründen nicht in Düren, sondern in Kreuzau gestartet (Hauptstraße von 7.30 bis 17.30 Uhr gesperrt). Auch der Zieleinlauf ist in der Voreifelgemeinde. Die Eliteklasse startet um 13 Uhr und wird gegen 16.20 Uhr nach zwei ausgedehnten Eifelrunden in Kreuzau zurück erwartet. Dann geht das Feld noch auf fünf lokale Runden.

Weitere Infos rund um die 78. Auflage unter auf der Webseite des RSV Düren
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