Inden: Löschgruppe Lucherberg hat jetzt ein Schweres Geschütz

Inden : Löschgruppe Lucherberg hat jetzt ein Schweres Geschütz

Eigentlich hätte das Feuerwehrfahrzeug vor dem Rathaus in Inden für berechtigte Unruhe unter den Passanten sorgen können. Doch bei genauerem Hinsehen erblickte man auch die Feuerwehrmänner, die in feierlicher Dienstkleidung und mit entspannt zufriedenen Gesichtern einen weiß-rot glänzenden Wasserwerfer umrundeten.

Kein gefährlicher Löscheinsatz also, sondern vielmehr ein erfreulicher Anlass war der Grund für diese Versammlung. Die offizielle Übergabe eines Geschenkes von der Feuerwehr des Tagebaus Inden an die Löschgruppe Lucherberg der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Inden ließ sich zudem Bürgermeister Jörn Langenfeld (parteilos) nicht entgehen.

Seine Dankesworte an RWE Power richtete er an den Leiter des Tagebaus, Dr. Andreas Wagner. „Die Überlassung dieses Wasserwerfers an unsere Feuerwehr wird im Ernstfall Nützliches bewirken, und wir können ihn gut gebrauchen“, sagte Langefeld und äußerte die Hoffnung, die Zusammenarbeit, die aus seiner Sicht „in den vergangenen Jahren so konstruktiv funktionierte“, fortzuführen.

Gründlich getestet

Der Bürgermeister bedankte sich auch bei den Mitgliedern der Löschgruppe Lucherberg, die viele Arbeitsstunden in die Instandsetzung des ausgesonderten Gerätes investierten, sowie bei den an der Aufarbeitung beteiligten Firmen. „Bevor wir unsere Bitte um die Übergabe des ausgesonderten Wasserwerfers an die Tagebauleitung geäußert haben, wurde das Fahrzeug von uns gründlich getestet“, erklärte der Leiter der Feuerwehr Inden, Gemeindebrandinspektor Matthias Dienstknecht, der zudem in der Feuerwehr des Tagebaus Inden beruflich tätig ist.

Bereits 1972 gebaut

„Obwohl der Wasserwerfer bereits 1972 hergestellt wurde, funktioniert das Gerät einwandfrei“, berichtete Brandmeister Peter Esser, Löschgruppenführer in Lucherberg. Seine Feuerwehrkollegen und er verbrachten mehr als 60 Arbeitsstunden bei der Aufarbeitung. „Wir haben das Fahrzeug auseinander gebaut, Einzelteile geprüft, entrostet, Dichtungen und Elektrik erneuert und danach auch die Kotflügel mit weißer Farbe pulverbeschichtet“, zählte Esser die Abläufe auf. Die Sandstrahlarbeiten übernahm eine Firma aus Aldenhoven und für die feuerwehrrote Lackierung war ein Autohaus in Inden zuständig. Der in Feuerwehrfarben vor dem Indener Rathaus leuchtende Wasserwerfer sah nicht nur neu und prächtig aus. „In einem Brandeinsatz wird er rund 2000 Liter Wasser pro Minute auf den Brandherd werfen können“, erläuterte der Gemeindebrandinspektor. Mit seiner großen Wurfweite von bis zu 60 Metern kann der Wasserwerfer bei größeren Schadenslagen und in Situationen, bei denen ein bemannter Einsatz zu gefährlich ist, eingesetzt werden.

„Durch die Verwendung von verschiedenen Mundstücken für Sprüh- oder Vollstrahl und mit einem zusätzlichen Schaumkopf bietet dieses Gerät viele Einsatzmöglichkeiten“, erklärten die Feuerwehrmänner. „Jetzt, wenn ich ihn so sehe, weiß ich nicht, warum wir den Wasserwerfer abgegeben haben“, scherzte Andreas Wagner. „Doch ich freue mich, dass solche Aktionen stattfinden.“ Die Feuerwehr des Tagebaus Inden verfügt derzeit über Wasserwerfer, die auf den Dächern der Löschfahrzeuge angebaut werden können. „Sie können Ihren alten Wasserwerfer aber gerne immer wieder ausleihen“, versicherten die Lucherberger Feuerwehrleute, „sie wissen ja, wo er steht.“

(mavo)
Mehr von Aachener Nachrichten