Kreuzau: Letztes Frühlingskonzert des Dirigenten vom Jungen Orchester Kreuzau

Kreuzau : Letztes Frühlingskonzert des Dirigenten vom Jungen Orchester Kreuzau

Ob Musical, Film, Pop, Märsche oder symphonische Stücke, das Junge Orchester Kreuzau unter der Leitung von John Kikken,kann alles. Bei ihrem traditionellen Frühlingskonzert präsentierten die 50 Musiker dem Publikum neun Stücke, die unterschiedlicher nicht sein könnten und lehnten sich mit ihrem bunten und abwechslungsreichen Programm an die Vielfalt der Frühlingsfarben an.

Bereits im Oktober wurde mit den Proben begonnen, da die anspruchsvollen Stücke Zeit benötigen, um erlernt zu werden.

„Wir sind ein rhythmisch starkes Orchester. Unser Ziel ist es daher, an der Klangkultur zu arbeiten, um dynamischer zu werden“, führte Kikken aus. Die besondere Schwere der symphonischen Stücke „English Folk Song Suite“ und „Joss Fritz — Freiheit den Bauern!“ verunsicherte die Musiker bei den Proben zuerst. „Natürlich ist man nervös. Wir spielen ein heikles Programm, das nicht ohne ist. Doch ein Orchester ist wie ein Team. Wir schaffen das alle zusammen“, sagte Kikken und der tosende Applaus gab ihm Recht.

Das Junge Orchester meisterte die Stücke mit Bravour und zeigte neben dem Beherrschen des eigenen Instruments auch noch eine Choreographie, wie etwa zu „Bon Jovi — Rock Mix“. Während der Stücke wurden von den Musikern Rhythmen geklatscht und Melodien gepfiffen. Zu „Joss Fritz“ gab es von John Kikken eine Einführung mit verschiedenen Hörproben, um den Zuhörern das Thema eines Bauernaufstandes näher zu bringen und zu zeigen, wie solche Themen musikalisch umgesetzt werden können. „Ich wollte dem Orchester etwas Gutes tun, indem sie üben mussten wie die Weltmeister“, scherzte Kikken.

Ein Highlight war aus das Stück „Moment for Morricone“, das sich den Werken Ennio Morricones widmet. Dieses Stück wurde von dem Orchester bereits 1986 gespielt und neun Musiker des Frühlingkonzerts spielten bei dem damaligen Auftritt bereits mit. John Kikken war sich sicher, dass auch einige Zuschauer damals schon dabei waren, da das Orchester ein treues Stammpublikum besitzt.

„Final Countdown“

Traditionell leitete das Sinfonische Jugendorchester unter der Leitung von Ruth Kniprath den Abend ein. Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Musikwünsche für diesen Abend bereits beim Wichteln im Vorjahr geäußert. „Ich stelle das Programm aus den Wünschen zusammen“, erläuterte Ruth Kniprath. „Es soll eine schöne Mischung sein. Abwechslungsreich, einfach ein rundes Programm“. Die Kinder und Jugendlichen präsentierten den 350 Zuschauern Filmmusiken von Indiana Jones, Star Wars, Jurassic Park, E.T., und Disneys Vaiana. Aber auch bekannte Lieder wie „Final Countdown“ durften nicht fehlen. Mit einem irischen Folkslied „Down by the Salley Gardens“ richteten sie einen Gruß an einen Schüler, der einen einjährigen Schüleraustausch nach Irland unternimmt.

Bei der Titelmelodie von E.T. brauchte Jugendorchester Unterstützung, denn für den letzten Gong-Ton fehlte ihnen eine Hand. Spontan während der Aufführung fragte Ruth Kniprath Kurt Kappes, den ehemaliger Dirigenten, ob er den Jugendlichen helfen könne. Kurt Kappes ließ sich nicht zweimal bitten.

Das Frühlingskonzert wurde von den Mitgliedern des Jungen Orchester auch genutzt, um Max Fechler für 30 Jahre Mitgliedschaft zu ehren. Eine ganz besondere Ehre wurde Heinz Schäfer, Gründungsmitglied und Mitinitiator der Musikschule des Jungen Orchester Kreuzaus, zuteil. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden erklärt und bekam eine Urkunde überreicht.

Nach einem absolut gelungenen Abend bleibt allerdings ein Wermutstropfen. Das Jahr 2018 ist John Kikkens letztes Jahr als Dirigent. Mit dem Herbstkonzert am 13. Oktober verabschiedet er sich in seinen Ruhestand.

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