Lesung von Ex-Prinz als Blick hinter die Kulissen des Kölner Karnevals

Mit Charme und Selbstironie : Kölner Ex-Prinz liest aus seinem Sessionsrückblick

„Ach wär ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval.“ Für Holger Kirsch ist dieser Wunsch bereits in Erfüllung gegangen, als er 2015 den Prinz im Kölner Dreigestirn verkörpern durfte.

Aber der närrische Vertreter der Domstadt zu sein besteht nicht nur aus Kostüm und Alaaf. Kirschs Weg durch seine Prinzensession hielt seine Frau Christina zunächst in Tagebucheinträgen fest, aus denen ein Buch entstand. Mit diesem Blick hinter die Kulissen des Kölner Karnevals war das Ehepaar im Dorint Hotel zu Gast.

Mit diesem Blick hinter die Kulissen des Kölner Karnevals mit dem Titel „Einmal Prinz... und (fast) zurück“ war das Ehepaar im Dorint Hotel zu Gast. Eingeladen hatte der Regionalverband Düren (RvD) im Bund Deutscher Karneval. Im noch immer karnevalistisch dekorierten Saal des Hotels begrüßte RvD-Präsident Heribert Kaptain die Kirschs, die dem Publikum nicht nur Passagen aus ihrem Buch vorlasen, sondern auch noch weitere persönliche Einblicke gaben.

Das Vorwort beginnt mit den Worten der damals sechsjährigen Tochter des Ehepaars: „Ist der Papa schon ausgezogen?“ Denn ausziehen musste Holger Kirsch tatsächlich. Zusammen mit seinen Mitstreitern im Dreigestirn, Michael Müller und Sascha Prinz, ging es für die Zeit der Regentschaft in die Hofburg, die in einem Kölner Hotel für sie eingerichtet wurde.

Mit den unzähligen Terminen, die in der fünften Jahreszeit anstehen, war Holger Kirschs Traum vom Prinzsein auch für seine Familie ein ganz schönes Spektakel. „Ich habe mir dann überlegt, was kann ich auf der Bühne machen“, erinnerte er sich. „Daraufhin bin ich allen mit meinem Mundharmonikaspiel auf die Nerven gegangen.“

Mit viel Charme und einer gehörigen Portion Selbstironie berichten die Kirschs über die Zeit vor der Session, dass Weihnachten wegen der Proben ausfallen musste und das Bühnenprogramm zum ersten Mal an Silvester auf dem heimischen Küchentisch vorgeführt wurde. Der Stress wird im Zeitraffer festgehalten, aber immer überwiegt die Freude an der Sache. „Neben den Geburten meiner Kinder, war der Moment, in dem wir wussten, dass wir das Dreigestirn werden, der tollste in meinem Leben“, betont Holger Kirsch. „Meine Frau war aber erst nicht so begeistert.“

„Mit dem Niederschreiben dieser Erlebnisse habe ich mir die Psychiatrie erspart“, sagte Christina Kirsch, die aus dem Sauerland stammt und den Kölner Karneval erst für sich entdecken musste. Mit dem Ergebnis möchten die beiden aber nicht nur über ihre Erfahrungen berichten, sie wollen auch Gutes tun. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Verein „Laachende Hätze“ zu Gute. Die Initiative, die Kindern aus schwierigen Verhältnissen ein Lächeln ins Gesicht zaubern will, hat das Dreigestirn um Holger Kirsch 2015 selbst ins Leben gerufen.

Während die närrischen Tage seit Aschermittwoch erst einmal vorbei sind, machten Christina und Holger Kirsch mit ihrem Buch Lust auf mehr. Das persönliche Karnevalsabenteuer „Einmal Prinz... und (fast) zurück“ ist für 16,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

(kim)
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