„Und was glauben Sie?“: Lesereise zu den Weltreligionen mit Musik

„Und was glauben Sie?“ : Lesereise zu den Weltreligionen mit Musik

Der Ambulante Hospizverein „hortus dialogus“ lädt zu einer Lesereise in acht Stationen zu den großen Weltreligionen mit musikalischer Begleitung von der Musikschule Kreuzau ein.

Die Auftaktveranstaltung der Reihe, die unter dem Titel „Und was glauben Sie?“ steht, ist am Mittwoch, 13. März, ab 19 Uhr in St. Michael in Vettweiß-Kelz.

Und das erwartet die Besucher: Religion darf offenkundig als ein Alleinstellungsmerkmal der Gattung „Mensch“ betrachtet werden – freilich nicht als vom Himmel gefallene Eingebung, sondern als permanenter Entwicklungsprozess, der die Evolutionsgeschichte des Menschen von Anbeginn begleitete. Vorformen von Religion – Emotionalität, Intuition und/oder gar magisch-mythische Vorstellungen – lassen sich schon bei höher entwickelten Tieren nachweisen.

Dennoch bleibt Religion eine anthropologische Grundkonstante, weil nur wir Menschen imstande sind, auf der Basis von Spiritualität und Religiosität Glaubenssysteme zu entwickeln, die in schier unendlicher Vielfalt jenes Erleben zum Ausdruck bringen, das innerhalb der vergleichenden Religionswissenschaft mit dem Begriff der Transzendenz umschrieben wird. Konkret kann hierunter die Wahrnehmung von Welt als einer in sich stimmigen Wirklichkeit verstanden werden, von der wir Menschen lediglich ein winziges Teilchen sind; ein Teilchen allerdings, das die Gesamtheit aller in dieser Wirklichkeit ablaufenden, sich gegenseitig bedingenden Phänomene aus Mangel an physischen wie auch psychischen Vorgaben grundsätzlich nicht wahrnehmen – wohl aber erahnen, glauben kann.

Religion als Erscheinung einer letztlich rational wie auch sprachlich nicht fassbaren Vorstellungs- und Erlebenswelt kann von zwei Seiten her betrachtet werden: zum einen aus der „Innenperspektive“ als Glaubender/Gläubiger und zum anderen aus Sicht einer „Außenperspektive“; als Betrachter also , der sich mit den Merkmalen, den Erscheinungsformen und den Bindungs- wie auch Trennungsmechanismen von Religion befasst. Tatsache freilich ist, dass diese beiden Perspektiven für die allermeisten von uns auf Grund von Prägungen, aber auch Indoktrinationen nicht zu trennen sind, was zu Unverständnis, Ablehnung, gar Gewalt unter- und gegeneinander anstacheln kann.

Im Verlaufe der Veranstaltungen werden sich die Teilnehmer ausschließlich mit der „Außenperspektive“ befassen als den Versuch, einen schmalen Pfad durch die heiligen Texte einiger (Welt-)Religionen zu suchen, wobei allen Gläubigen mit Respekt, Toleranz und Sympathie begegnen werden soll – im Bewusstsein, dass – entgegen anderslautender Behauptungen – Wahrheit sehr wohl „teilbar“ ist; ja, sein muss.

Die Texte werden gelesen von Friedrich Ostenrath, dem 1. Vorsitzenden des Vereins „hortus dialogus“, die musikalische Begleitung der Auftaktveranstaltung liegt bei den Dozenten der Musikschule Kreuzau: Eva Scherbart, Michael Schröder, Joachim Götsche und Ruth Kniprath.

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