Langerwehe/Gillenfeld: Leckereien aus Ziegenmilch vom Vulkanhof

Langerwehe/Gillenfeld: Leckereien aus Ziegenmilch vom Vulkanhof

„Die Ziege hat während des Krieges viele Menschen hier in der Eifel satt gemacht.” Inge Thomas-Burbach aus der Gemeinde Gillenfeld in der Eifel ist gelernte Landwirtschaftsmeisterin. Und Herrin über 250 Ziegen.

Genauer gesagt Ziegen der Rassen „Weiße Deutsche Edelziege” und „Bunte Deutsche Edelziege”. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn betreibt Inge Thommes-Burbach den „Vulkanhof”. Und hier dreht sich einfach alles um die Ziege.

Den Vulkanhof haben Inge Thommes-Burbachs Eltern 1961 gegründet. „Damals”, erzählt die 59-Jährige, „war unser Betrieb ein ganz normaler Milchvieh-Betrieb.” Als dann Mitte der 90er Jahre die Märkte für Milch eingebrochen sind, stand Inge Thommes-Burbach vor einer schweren Entscheidung. „Es war damals schon klar, dass meine Tochter den Betrieb übernehmen wollte. Um den Hof zukunftsfähig zu machen, hätten wir rund eine Million Euro investieren müssen. Damals haben wir uns einfach gefragt, ob es Sinn machen, etwas zu produzieren, als Kuhmilch, wovon es eh schon viel zu viel gibt.”

Inge Thommes-Burbach hat auf Ziegen umgestellt. „Das ist hier in der Eifel sehr ungewöhnlich”, sagt sie. „Viele Leute hatten während des Krieges ein, zwei Ziegen. Und die Ziege gilt hier immer noch als Kuh des kleinen Mannes.” Inge Thommes-Burbach hat sich aber nicht beirren lassen. Zum Glück, denn heute hat der Vulkanhof viele Kunden, die von weit her kommen, um die leckeren Ziegenkäseprodukte aus Gillenfeld zu kaufen. Produziert werden hier Frisch-, Weich- und Schnittkäse. aber auch Ziegensalami und Ziegenknacker. „Wir machen Altbier-Käse, der mit Bier aus dem Kloster Himmerod verfeinert ist oder auch Trester-Käse.”

Alle Käsesorten sind zu hundert Prozent aus Ziegenmilch und Rohmilchkäse. Der Schnittkäse hat eine Naturrinde. „Rohmilchkäse”, erklärt Inge Thommes-Burbach, „haben noch ein Bakterienleben. Und die haben einen ganz besonderen Geschmack.” Natürlich ist der Geschmack von Ziegenkäse nicht jedermanns Sache, „Aber unser Käse schmeckt nicht nach Stall”, schmunzelt Inge Thommes-Burbach. Und da hat sie Recht. Der Käse vom Vulkanhof schmeckt fein, aber gleichzeitig auch sehr würzig und intensiv.

Inge Thomas-Burbach und die Produkte vom Gillenfelder Vulkanhof sind am 11. September zum ersten Mal beim Eifelmarkt im Töpfereimuseum mit von der Partie. „Wir besuchen ab uns zu noch gute Spezialmärkte”, sagt Inge Thommes-Burbach. „Aber Ziegen bringen wir keine mit.”

Dafür aber den leckeren Käse, Salami. Würste und auch eine echte Besonderheit des Vulkanhofs: Feine Ziegenkäsepralinen. Die werden nach original belgischer Chocolatier-Kunst mit Kakaobutter und einem Anteil Vulkanhof-Käse zubereitet. Beschreiben lässt sich der Geschmack nur schwer - da lohnt es sich wirklich, einmal selbst zu kosten.

Köstlichkeiten aus Eifel und Ardennen

Der Langerweher Eifelmarkt findet in diesem Jahr bereits zum 24. Mal statt.

Am Sonntag, 11. September, gibt es im Töpfereimuseum in Langerwehe, Pastoratsweg 1, von 10 bis 18 Uhr wieder Köstlichkeiten aus Eifel und Ardennen.

Ein Teil der rund 50 Ausstellerinnen und Aussteller gewährt zudem einen Einblick in alte Handwerkstechniken wie Buttern, Löffelschnitzen, Klöppeln oder Wäschewaschen. Der Eintritt zum Eifelmarkt ist frei.