Größerer Wochenmarkt auf dem Langerweher Kirchvorplatz?

Masterplan-Debatte im Bauausschuss : Größerer Wochenmarkt auf dem Langerweher Kirchvorplatz?

Wenn am Donnerstagabend (18 Uhr, Sitzungszimmer des Rathauses, Schönthaler Straße 1), die 17 Mitglieder des Bauausschusses zusammenkommen, beraten sie auf Antrag der SPD auch über die Aufstellung eines Masterplanes für die Ortsmitte der Töpfergemeinde. Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) hält nicht viel von diesem Vorschlag und will andere Maßnahmen ergreifen.

Wie berichtet, gibt es entlang der Hauptstraße zahlreiche leerstehende Ladenlokale, darüber hinaus beklagen die Verantwortlichen der Interessenvertretung „Pro Langerwehe“ – ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten, Einzelhändlern und Freiberuflern – die schlecht geregelte Parkplatzsituation und mangelnde Aufenthaltsqualität entlang der Hauptstraße. Auch die Verwaltungsspitze hat das Problem erkannt, allerdings hat Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) sich im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich gegen einen Masterplan ausgesprochen. Er möchte ein gemeinsames Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden und den Vertretern der IV „Pro Langerwehe“ führen.

„Natürlich ist Masterplan ein großes Wort“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Münstermann. „Manche Kommunen nennen diesen Prozess ja auch ‚integriertes Handlungskonzept’. Der Name spielt auch überhaupt keine Rolle, entscheidend sind die Vorteile, die so ein Prozess bringt.“ Mit einem Masterplan, erklärt der Sozialdemokrat, könnten stadtplanerische Strategien entwickelt und Handlungsvorschläge erarbeitet werden. „Nur ein Gespräch mit der IV ‚Pro Langerwehe’, Politik und Verwaltung bringt die Gemeinde nicht weiter.

Wir brauchen unbedingt eine externe Moderation, sonst schwimmen wir nur in unserem eigenen Saft. Außerdem muss es uns gelingen, die Bürger einzubeziehen. Beides ist im Rahmen eines Masterplan-Prozesses möglich – von den Fördergeldern, die die Gemeinde bekommen kann, einmal ganz abgesehen.“ Aus Sicht des früheren Landtagsabgeordneten reicht es nicht, neue Wohngebiete zu schaffen, damit Langerwehe mehr Einwohner bekommt. „Natürlich ist es gut, dass wir eine wachsende Gemeinde sind. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das der Hauptstraße hilft.

Wir müssen vielmehr über ein neues Verkehrskonzept für die Hauptstraße nachdenken, über ein Parkkonzept, eine Förderung der Außengastronomie.“ Für denkbar hält Münstermann, in Langerwehe einen Wochenmarkt zu installieren – und zwar einen der deutlich größer ist, als der, den es mittwochs mit einem Bäcker, einem Imker, einem Eierverkäufer und einem Hähnchenwagen gibt.

„Vielleicht könnte der Markt auf dem Kirchvorplatz stattfinden.“ Darüber hinaus fordern die Sozialdemokraten eine bessere Außendarstellung der Gemeinde. „Warum kann man nicht an prominenter Stelle beim Internetauftritt der Gemeinde mitteilen, welche Ladenlokale derzeit in Langerwehe leerstehen? Und dass wir dringend einen Metzger brauchen?“

Schnell handeln

Münstermann fordert, dass der Masterplan-Prozess möglichst schnell initiiert wird. „Innovation und Veränderung lassen sich nur mit möglichst vielen Beteiligten erreichen. Und damit müssen wir in Langerwehe jetzt anfangen.“

Viel Aussicht auf Erfolg haben die Sozialdemokraten mit ihrem Antrag indes nicht, sollten keine weitergehenden Expertisen eingeholt und gleich eine Abstimmung herbeigeführt werden. Selbst, wenn SPD, Grüne und FDP einer Meinung wären, hat die CDU mit neun Mitgliedern im Bauausschuss eine Stimme Mehrheit.

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