Kommentar zum Streit um Wort-Protokoll: Eine Entschuldigung muss sein

Kommentar zum Streit um Wort-Protokoll : Eine Entschuldigung muss sein

Es gab Zeiten in der Langerweher Politik, da haben die Ratsmitglieder der verschiedenen Parteien sich fast bekriegt – kaum eine Sitzung ohne persönliche Beleidigungen, unsachliche Diskussionen und Geschrei.

Ziemlich genau 20 Jahre ist das her. Danach hat – auch dank der vermittelnden Art von Alt-Bürgermeister Franz-Josef Löfgen – ein neuer Politikstil Einzug gehalten – geprägt von Sachlichkeit und Fairness.

Klar, die Kommunalpolitiker waren nicht plötzlich einer Meinung, es war aber (fast) immer spürbar, dass es den Akteuren in erster Linie um das Wohl ihrer Gemeinde und eben nicht um persönliche Animositäten ging. Die Niederschrift mit neunmal „Ähm“, „Öh“ und „Äh“ scheint wie eine Rückkehr in alte Zeiten. Das Mitteilungsblatt, das überparteiliches Informationsorgan sein soll, wird missbraucht, um eine politische, vielleicht sogar eine persönliche Fehde auszutragen.

Die Veröffentlichung des Protokolls ist schlechter Stil und respektlos obendrein. Selbst wenn der Ausschussvorsitzende und die Grüne konträre Ansichten haben und die Protokollantin von langen Wortlaut-Niederschriften genervt war, ist das kein Grund für ein Protokoll dieser Art.

Und es reicht nicht, wenn der Bürgermeister, der übrigens als „Verantwortlicher im Sinne des Presserechtes für die Rubrik Amtliche Bekanntmachungen der Gemeinde Langerwehe“ im Impressum steht, die Sache für erledigt erklärt, weil das „Äh-Protokoll“ aus dem Ratsinformationsystem entfernt wurde und eine neue Fassung in einem der nächsten Mitteilungsblätter veröffentlicht wird. Ich finde, dass eine Entschuldigung bei Barbara Andrä unbedingt sein muss.

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